2. Tag - Thieme

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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-11
Ein 75-jähriger tetraplegischer Patient kann sich nur durch
Lidschluss und vertikale Augenbewegungen verständigen, da
infolge weitgehenden Ausfalls der motorischen Hirnnervenfunktionen auch die Sprechmuskulatur paretisch ist.
Es handelt sich am wahrscheinlichsten um das folgende der
genannten Syndrome:
(A) Apallisches Syndrom
(B) Locked-in-Syndrom
(C) Parinaud-Syndrom
(D) Dorsolaterales Oblongata-Syndrom
(E) Klüver-Bucy-Syndrom
2
Bei einer (zuvor gesunden) 40-jährigen Frau kommt es seit
3 Monaten rezidivierend zu einer unwillkürlichen Wendung des
Kopfes nach links. Die Symptomatik hatte sich innerhalb einer
Woche zunehmend entwickelt. Mittlerweile ist es zu einer zunehmenden Hypertrophie des M. sternocleidomastoideus gekommen.
Durch Handanlegen an die rechte Kinnseite gelingt es der Patientin zum Teil, die unwillkürlichen Kopfwendungen zu unterdrücken. Die Mutter der Patientin litt an einer ähnlichen
Störung.
Um welche Erkrankung handelt es sich am wahrscheinlichsten?
(A) Zervikale Dystonie
(B) Chronische paroxysmale Hemikranie (Sjaastad-Dale)
(C) intermittierende Akzessoriusparese links
(D) Myasthenia gravis
(E) Progressive Muskeldystrophie
3
Eine 57-jährige Frau stellt sich beim Arzt vor, weil sie nicht
längere Zeit stehen kann - sie falle dann hin. Hingegen könne
sie auch weite Strecken gehen, ohne Probleme zu bekommen. Auch
das Sitzen und Liegen sei problemlos.
Ein solchermaßen von Patienten beschriebenes Beschwerdebild
ist in erster Linie charakteristisch für folgende der genannten Erkrankungen/Störungen:
(A) Olivopontozerebellare Atrophie
(B) Polyneuropathie der Beine
(C) (primärer) Orthostatischer Tremor
(D) Little-Krankheit
(E) Spinalis-anterior-Syndrom
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-24
Eine Rindenatrophie im Kleinhirnoberwurm ist am ehesten Folge
(A) eines Kleinhirninfarktes
(B) einer frühkindlichen Hirnschädigung
(C) eines Verschlusshydrozephalus
(D) eines chronischen Alkoholabusus
(E) einer hereditären Multisystematrophie
5
Die Progressive Bulbärparalyse ist in erster Linie durch
Folgendes gekennzeichnet:
(A) umschriebene Degeneration in der Area 42 der Hirnrinde mit
Steigerung des Masseterreflexes
(B) Degeneration kaudaler motorischer Hirnnervenkerne
(C) Läsion im Konus-Kauda-Bereich mit Blasen-Mastdarm-Störungen
(D) umschriebene Ophthalmoplegie bei Degeneration der
Abduzens-, Okulomotorius- und Trochleariskerngebiete
(E) chronisch-progrediente Riechstörung
6
Für die Ophthalmoplegia interna ist am Auge auf der betroffenen Seite in erster Linie folgender der genannten Befunde
charakteristisch:
(A) Miosis
(B) Parese des M. rectus medialis
(C) direkte Pupillenreaktion auf Licht fehlt
(D) Parese des M. obliquus superior
(E) Parese des M. obliquus inferior
7
Durch eine vertikale Blicklähmung infolge progressiver supranukleärer Blickparese ist in erster Linie folgendes der
genannten Störungsbilder gekennzeichnet:
(A) Syndrom der A. cerebri anterior
(B) Lermoyez-Syndrom
(C) Mantelkanten-Syndrom
(D) Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom
(E) Rolando-Epilepsie
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-3Folgende Angaben beziehen sich auf die Aufgaben Nr. 8 und
Nr. 9.
Es konsultiert Sie ein 60-jähriger Raucher, der seit langem an
einer arteriellen Hypertonie leidet. Er berichtet von einer
mehrminütigen, vollständig zurückgebildeten schmerzlosen
Erblindung seines rechten Auges am Vortag.
8
Welches ist die wahrscheinlichste Diagnose?
(A) (Foster-)Kennedy-Syndrom
(B) Zentralvenenthrombose
(C) Amaurosis fugax
(D) Glaukomanfall
(E) zerebrale Aneurysmablutung
9
Welche der genannten diagnostischen Maßnahmen hat in diesem
Fall die höchste Bedeutung?
(A) Lumbalpunktion
(B) Ableitung der visuell evozierten Potentiale
(C) Messung des Augeninnendrucks mittels Tonographie
(D) Dopplersonographie der hirnversorgenden Arterien
(E) Elektroenzephalographie
10
Eine deutliche Erhöhung des Gesamteiweiß-Wertes im lumbalen
Liquor cerebrospinalis ist am wenigsten wahrscheinlich zu
erwarten bei folgender der genannten Erkrankungen/Störungen:
(A) tuberkulöse Meningitis
(B) akute idiopathische Polyneuroradikulitis
(C) Myasthenia gravis
(D) akute Subarachnoidalblutung
(E) Liquorzirkulationsstörung durch intraspinalen Tumor im
BWS-Bereich
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-411
Welcher der nachfolgend genannten Tumoren tritt charakteristischerweise bilateral intrakraniell im Rahmen einer Neurofibromatose Typ 2 auf?
(A) (kapilläres) Hämangioblastom
(B) subependymales Riesenzellastrozytom
(C) Neurinom (Schwannom) des VIII. Hirnnerven
(D) Medulloblastom
(E) Ependymom des Seitenventrikels
12
Womit ist beim idiopathischen Parkinson-Syndrom am wenigsten
wahrscheinlich zu rechnen?
(A) orthostatische Dysregulation
(B) Adenoma sebaceum
(C) Dysphagie
(D) Propulsionstendenz
(E) Obstipation
13
Welches der Arzneimittel eignet sich in der Kombinationsbehandlung des M. Parkinson am wenigsten zum Einsatz bei Patienten in späteren Krankheitsstadien mit durchweg vorherrschender
Minussymptomatik und mäßigen kognitiven Leistungsstörungen
(Bradyphrenie)?
(A) Biperiden
(B) Bromocriptin
(C) Levodopa (+ Carbidopa)
(D) Pergolid
(E) Ropinirol
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-514
Eine 70-jährige, bisher gesunde Frau klagt beim Arzt über
zunehmende, ausgeprägte Störungen ihrer Merkfähigkeit.
Der begleitende Ehemann berichtet ergänzend über zunehmende
Störungen ihres Ortssinnes, so dass er sie beispielsweise zum
Einkaufen begleiten müsse, damit sie sich nicht verlaufe. Die
Störungen haben laut Ehemann vor ca. 1 Jahr begonnen.
Welche der folgenden Krankheiten/Störungen kommt am
wahrscheinlichsten in Betracht?
(A) Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)
(B) Demenz vom Alzheimer-Typ
(C) M. Fahr
(D) M. Wilson
(E) Transiente globale Amnesie
15
Bei Patienten im Akutstadium der unbehandelten PneumokokkenMeningitis findet sich am häufigsten folgender der genannten
Befunde im Liquor cerebrospinalis:
(A) granulozytäre Pleozytose
(B) gramnegative intrazelluläre Diplokokken
(C) starke Erhöhung des Liquorzucker-Wertes
(D) starke Erniedrigung des Gesamteiweiß-Wertes
(E) Spinnengewebsgerinnsel
16
Bei Personen mit HIV-Infektion ist als opportunistische bzw.
assoziierte ZNS-Erkrankung am wenigsten wahrscheinlich zu
erwarten:
(A) zerebrale Toxoplasmose
(B) Progressive multifokale Leukenzephalopathie
(C) Kryptokokken-Meningitis
(D) Zytomegalievirus-Enzephalitis
(E) Poliomyelitis anterior acuta
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-617
Welche der nachfolgenden Aussagen zu Prionen-Erkrankungen
trifft am ehesten zu?
(A) M. Creutzfeldt-Jakob kann sowohl sporadisch als auch
familiär auftreten.
(B) Die Übertragung einer Prionen-Erkrankung von Mensch zu
Mensch ist ausgeschlossen.
(C) Bei der überwiegenden Mehrzahl der Prionen-Erkrankungen
des Menschen ist die Infektionsquelle bekannt.
(D) Das krankheitsauslösende Agens ist ein enzymatisch leicht
degradierbares Protein.
(E) Für die Infektiosität des Prionproteins spielt seine
räumliche Konfiguration keine wesentliche Rolle.
18
Bei einer 23-jährigen (bisher gesunden) Studentin hat sich
innerhalb einiger Tage rasch progredient am linken Auge eine
erhebliche Sehverschlechterung entwickelt. Sie klagt (erstmals in ihrem Leben) über einen "grauen Fleck" im zentralen
Gesichtsfeldbereich des linken Auges. Pro Tag raucht sie 10
Zigaretten. Die Familienanamnese ergibt keine besonderen
Gesichtspunkte.
Die Sehschärfe des (zuvor normalsichtigen) linken Auges ist
auf 0,4 herabgesetzt, am rechten Auge volle Sehkraft. Ophthalmoskopisch am Fundus des linken und rechten Auges kein pathologischer Befund. Bei der allgemeinen (nichtapparativen)
Krankenuntersuchung findet sich ein positives Babinski-Zeichen
rechts.
Um möglichst zielstrebig die zugrunde liegende Erkrankung
(anhand weiterer pathologischer Befunde) diagnostizieren zu
können, kommt von den nachfolgend genannten diagnostischen
Maßnahmen hier in erster Linie in Betracht:
(A) Elektromyographie
(B) Darstellung der A. cerebri posterior mit der transkraniellen Dopplersonographie (TCD)
(C) Lumbalpunktion zur Liquordiagnostik
(D) Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten am rechten Unterschenkel
(E) Ultraschalluntersuchung der extrakraniellen hirnversorgenden Gefäße
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-719
Im bioptischen Untersuchungsmaterial wurden nach neurochirurgischer Ausräumung einer spontanen Blutung im linken Frontallappen bei einer 68 Jahre alten Patientin Amyloidablagerungen
in leptomeningealen Blutgefäßen nachgewiesen.
Zusätzlich zur Blutung könnte somit am ehesten folgende der
genannten Erkrankungen vorliegen:
(A) Plasmozytom
(B) medulläres Schilddrüsenkarzinom
(C) M. Parkinson
(D) M. Alzheimer
(E) M. Pick
20
Wo treten Hirnkontusionsherde in erster Linie auf?
(A) in Windungstälern der Großhirnrinde
(B) an Windungskuppen der Großhirnrinde
(C) im Balkenknie
(D) in den Corpora mamillaria
(E) in der Pyramidenregion der Medulla oblongata
21
Ein 60-jähriger Alkoholkranker leidet seit kurzem an Doppelsehen, Gangunsicherheit, Gedächtnis- und Schlafstörungen. Da es
jetzt auch zu einem generalisierten Krampfanfall kam, wurde
von den Angehörigen der Notarzt gerufen. Dieser wies den
Patienten umgehend in die neurologische Klinik ein.
Neurologischer Befund bei der Aufnahmeuntersuchung: Vigilanzstörung, Desorientiertheit, Gedächtnisstörungen, Gangataxie,
Horizontalnystagmus, Abduzensparese beidseits, an den Beinen
Zeichen einer distalen Polyneuropathie.
Es handelt sich am wahrscheinlichsten um folgende der genannten Erkrankungen:
(A) Zieve-Syndrom
(B) Landau-Kleffner-Syndrom
(C) Kleine-Levin-Syndrom
(D) Wernicke-Enzephalopathie
(E) Lennox-Gastaut-Syndrom
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-822
Welcher der Arzneistoffe ist als Monotherapeutikum zur Dauerbehandlung eines jugendlichen Patienten mit Absencen und
primärem Aufwach-Grand-mal am besten geeignet?
(A) Carbamazepin
(B) Valproinsäure
(C) Ethosuximid
(D) Phenytoin
(E) Primidon
23
Durch welche der unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind
Kinder unter einer Therapie mit dem Antiepileptikum Valproinsäure am ehesten gefährdet?
(A) erhöhte Thromboseneigung durch verstärkte Thrombozytenaggregation
(B) Polyglobulie
(C) Osteomalazie
(D) Atemdepression
(E) Leberschädigungen
24
Bei einem 35-jährigen - zuvor gesunden - Mann kommt es seit 10
Tagen regelmäßig ein- bis zweimal in der Nacht aus dem Schlaf
heraus plötzlich zu äußerst heftigen Schmerzen auf der rechten
Kopfseite fronto-temporal und besonders orbital. Die einzelne
Schmerzattacke hält jeweils ca. 1 Stunde an und geht dabei
jeweils (nach Patientenangaben) ipsilateral mit vermehrtem
Tränenfluss, Rhinorrhö (mit Schleimhautschwellung der Nase)
und herabhängendem Augenlid einher.
Welche Erkrankung liegt am wahrscheinlichsten vor?
(A) Cluster-Kopfschmerz
(B) Trigeminus-Neuralgie
(C) Migräne ohne Aura
(D) Nervus-intermedius-Neuralgie
(E) Costen-Syndrom
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-925
Eine 65-jährige Frau leidet seit einigen Wochen an zunehmenden, früher nie gekannten, dumpf-drückenden andauernden
Kopfschmerzen, Nachtschweiß und ungewolltem Gewichtsverlust.
Weil es jetzt auch zu einer Sehstörung am rechten Auge gekommen ist, sucht sie nun endlich den Arzt auf.
Welche der folgenden Diagnosen kommt am wahrscheinlichsten in
Betracht?
(A) Status migraenosus
(B) Sluder-Neuralgie
(C) Spannungskopfschmerz
(D) Subarachnoidalblutung
(E) Arteriitis cranialis
26
Zentrale neuropathische Schmerzsyndrome können bei Dysfunktionen oder Verletzungen im zentralen Nervensystem entstehen.
Was kommt am wenigsten wahrscheinlich als Ursache für zentrale neuropathische Schmerzsyndrome in Frage?
(A) ischämischer Hirninfarkt im Bereich des primären somatosensorischen Kortex
(B) isolierte traumatische Läsion der Hinterstränge im
Rückenmark
(C) Thalamusblutung
(D) Multiple Sklerose
(E) Wallenberg-Syndrom
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-1027
Neuropathische Schmerzsyndrome gehen im Allgemeinen mit
typischen sensorischen Phänomenen einher.
Welche der folgenden Zuordnungen trifft am wenigsten zu?
(A) Dynamische mechanische Allodynie - Ein normalerweise
schmerzhafter Druckreiz auf der Haut löst einen heftigeren
Schmerz aus als beim Gesunden.
(B) Kälteallodynie - Ein normalerweise nichtschmerzhafter
Kältereiz auf der Haut löst Schmerz aus.
(C) Hitzehyperalgesie - Ein schmerzhafter Hitzereiz auf der
Haut wird deutlich schmerzhafter empfunden, als dies normalerweise bei einem gesunden Menschen der Fall wäre.
(D) Zeitliche Summation eines Schmerzreizes - Ein schmerzhafter Reiz auf der Haut, der repetitiv in Abständen von
weniger als 3 s appliziert wird, wird als ansteigender
Schmerz empfunden.
(E) Tief-somatische Allodynie - Ein leichter, normalerweise
nichtschmerzhafter Druckreiz (z.B. im Bereich von Gelenken) löst Schmerz aus.
28
Bei welcher der folgenden Kopfschmerzarten stellt die Inhalation von 100%igem Sauerstoff (7 L/min) am ehesten eine effektive Anfallskupierung dar?
(A) Migräne mit Aura
(B) Migräne ohne Aura
(C) Spannungskopfschmerz
(D) Cluster-Kopfschmerz
(E) Medikamenten-induzierter Kopfschmerz
29
Die WHO empfiehlt die Schmerztherapie nach einem bestimmten
Stufenplan.
Zu den verwendeten Opioiden der WHO-Stufe III zählt nicht:
(A) Morphin
(B) Oxycodon
(C) Fentanyl
(D) Dihydrocodein
(E) Levomethadon
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1130
Die Therapie chronischer Schmerzen mit Morphin kann mit einer
Reihe von Nebenwirkungen verbunden sein.
Bei welcher der folgenden Nebenwirkungen ist am wenigsten
damit zu rechnen, dass sie sich im Verlauf der Therapie verbessert?
(A) Sedierung
(B) Erbrechen
(C) Übelkeit
(D) Obstipation
(E) orthostatische Dysregulation
Folgende Angaben beziehen sich auf die Aufgaben Nr. 31 und
Nr. 32.
Bei einem 21-jährigen Studenten wird ein akuter Migräneanfall
medikamentös behandelt. Noch am selben Tag entwickelt er Spasmen des Gesichtes und des Halses mit Lidkrampf, Grimassieren,
starker Anspannung der Kaumuskulatur, Tortikollis und Dysphagie. Er wird deshalb wegen "Tetanus-Verdacht" stationär
eingewiesen.
31
Ein solches anhaltendes krampfartiges Symptomenbild wird im
Rahmen der akuten Migränetherapie am häufigsten beobachtet im
Rahmen einer Behandlung mit:
(A) Paracetamol
(B) Metoclopramid
(C) Methysergid
(D) Sumatriptan
(E) Acetylsalicylsäure
32
Zehn Minuten nach Injektion eines Medikamentes durch den
richtig handelnden Arzt in der Krankenhausambulanz ist die
gesamte krampfartige Symptomatik vollständig abgeklungen.
Um welches Medikament handelte es sich hierbei am wahrscheinlichsten?
(A) Alprazolam
(B) Biperiden
(C) Calciumgluconat
(D) Carbamazepin
(E) Phenytoin
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-1233
Das verhaltensmedizinische Konzept zur Entstehung chronischer
Schmerzen postuliert, dass
(A) chronischer Schmerz ein psychobiologisches Phänomen ist
und durch Lernprozesse beeinflusst wird
(B) chronischer Schmerz im Allgemeinen durch eine entsprechende Prädisposition zur "Schmerzpersönlichkeit" entsteht
(C) chronische Schmerzen im Allgemeinen durch die Umwandlung
eines seelischen Konflikts in ein körperliches Symptom
entstehen
(D) chronischer Schmerz exakt linear proportional zur aufgetretenen Gewebsschädigung ist
(E) der somatische Befund die wichtigste Determinante des
Ausmaßes chronischer Schmerzen ist
34
Der Versuch des Arztes, den Kopf des flach auf dem Rücken
liegenden Patienten passiv nach ventral zu beugen, führt beim
Patienten zu einer Beugung der Beine im Hüft- und Kniegelenk.
Wie wird dieses pathologische Zeichen üblicherweise benannt?
(A) Brudzinski-Zeichen
(B) Lasègue-Zeichen
(C) Taschenmesserphänomen
(D) Puppenkopfphänomen
(E) Chvostek-Zeichen
35
Das - pathologische - Gowers-Zeichen (Gowers-Manöver) findet
sich am wahrscheinlichsten bei folgender der genannten
Krankheiten/Störungen:
(A) Narkolepsie
(B) Medianusparese
(C) Ulnarisparese
(D) Progressive Muskeldystrophie Typ Duchenne
(E) Hyperventilations-Tetanie
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-1336
Welcher Befund ist beim Kauda-Syndrom am wenigsten wahrscheinlich zu erwarten?
(A) Blasenlähmung
(B) Sensibilitätsausfälle im Reithosenareal
(C) Paraparese
(D) Analreflex-Ausfall
(E) positives Babinski-Zeichen
37
Für welches der folgenden Krankheitsbilder sind Schluckstörungen am wenigsten charakteristisch?
(A) Amyotrophische Lateralsklerose
(B) Foramen-jugulare-Syndrom
(C) Chronische zervikale Myelopathie
(D) Polymyositis
(E) Myasthenia gravis
38
Bei einem akuten L5-Wurzelsyndrom findet sich am häufigsten
folgende der genannten Ursachen:
(A) Wirbelfraktur
(B) Bandscheibenläsion LWK4/5
(C) Neuroborreliose
(D) diabetische Radikulopathie
(E) Meningeosis lymphomatosa
39
Die Kombination von sensomotorischer symmetrischer Polyneuropathie, pathologischem Haarausfall und Mees-Streifen an den
Nägeln wird am häufigsten gefunden bei folgender der genannten
Erkrankungen/Störungen:
(A) langjähriger, schlecht eingestellter Diabetes mellitus
(B) Eaton-Lambert-Syndrom
(C) Reye-Syndrom
(D) schwere Thallium-Vergiftung
(E) MELAS-Syndrom
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1440
Die seit 1 Jahr beobachteten, schmerzlosen Veränderungen am
Unterarm eines 16-jährigen Jungen wurden schließlich zutreffend als Supinatorlogen-Syndrom erkannt.
Welcher Befund liegt am wahrscheinlichsten vor?
(A) ausgeprägte Hypästhesie am Unterarm
(B) ausgeprägte Hypalgesie am Unterarm
(C) atrophische Paresen von Finger- und Handextensoren
(D) atrophische Paresen der meisten kurzen Handmuskeln
(E) Ausfall des Brachioradialisreflexes
41
Ein 28-jähriger Mann wird wegen folgender Symptomatik stationär aufgenommen:
Vor 3 Tagen zunächst Kribbelparästhesien in beiden Füßen mit
Ausdehnung auf beide Unterschenkel, seit dem Vortag auch in
den Fingerspitzen. Seit 2 Tagen zunächst Schwächegefühl beider
Beine unter stärkerer Belastung, jetzt distal betonte Paresen
der Beine. Die Muskeleigenreflexe sind bei der Prüfung nicht
sehr lebhaft; an den Beinen sind sie schwächer als an den
Armen auszulösen. Der Triceps-surae-Reflex ist beidseits aufgehoben. Distal an den Beinen Hypästhesie und Pallhypästhesie
nachweisbar.
Welche der folgenden Diagnosen kommt am wahrscheinlichsten in
Betracht?
(A) Polyneuroradikulitis
(B) Amyotrophische Lateralsklerose
(C) Progressive zervikale Myelopathie
(D) Zoster-Radikulitis
(E) Progressive spinale Muskelatrophie Duchenne-Aran
42
Offensichtlich infolge einer Antikoagulantien-Therapie ist es
bei einem Patienten linksseitig zu einem weitgehenden Ausfall
der aktiven Hüftgelenksbeugung gekommen.
In erster Linie ist wahrscheinlich folgender der genannten
Nerven geschädigt:
(A) N. ilioinguinalis
(B) N. obturatorius
(C) N. femoralis
(D) N. genitofemoralis
(E) N. ischiadicus
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1543
Ein Makler telefoniert regelmäßig mit seinem Handy, indem er
das Telefon zwischen Schulter und Kopf einklemmt, um mitschreiben zu können. Er stellt sich jetzt beim Arzt mit
ziehenden Schulterschmerzen auf der betreffenden Seite vor es bestehen Paresen der Mm. supra- und infraspinatus auf
dieser Seite.
Welcher Nerv wurde hier am wahrscheinlichsten geschädigt?
(A) N. axillaris
(B) N. suprascapularis
(C) N. dorsalis scapulae
(D) N. thoracicus longus
(E) N. musculocutaneus
44
Das so genannte Kulissenphänomen findet man am häufigsten bei
folgender der genannten (einseitigen) Läsionen:
(A) Läsion des N. lingualis im Halsbereich
(B) Läsion des N. facialis im Felsenbeinbereich
(C) kombinierte Läsion von N. vagus/N. glossopharyngeus
(D) Läsion des N. accessorius im seitlichen Halsdreieck
(E) isolierte Läsion des N. hypoglossus
45
Bei einem Mann ist es durch Humerusschaftfraktur am Übergang
vom mittleren zum distalen (unteren) Humerusdrittel zu einer
Radialisparese gekommen.
Womit ist hier am wenigsten wahrscheinlich zu rechnen?
Parese des
(A) M. extensor pollicis longus
(B) M. brachioradialis
(C) M. extensor digitorum
(D) M. triceps brachii
(E) M. extensor carpi radialis longus
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1646
Was ist bei der idiopathischen Fazialisparese am wenigsten
wahrscheinlich zu erwarten?
Ausfall des
(A) M. orbicularis oculi
(B) M. stapedius
(C) M. buccinator
(D) M. masseter
(E) M. orbicularis oris
47
Welche Aussage zum akuten Herpes zoster im Ausbreitungsgebiet
des 1. Trigeminusastes trifft am ehesten zu?
(A) Eine Infektion nichtimmuner Kontaktpersonen mit dem Varizella-Virus ist ausgeschlossen.
(B) Die Cornea des Auges kann nicht durch das Virus befallen
werden.
(C) Eine Therapie mit Virustatika (z.B. Aciclovir) ist wegen
der Nierentoxizität bei geriatrischen Patienten kontraindiziert.
(D) Eine hoch dosierte intravenöse Monotherapie mit Glucocorticoiden ist die Therapie der ersten Wahl.
(E) Sympathikusblockaden zählen zum therapeutischen Spektrum.
48
Bei einem 63-jährigen Patienten wurde vor 2 Monaten ein Karzinom der Lunge operativ entfernt. Zurzeit erfolgt eine Polychemotherapie. Er stellt sich jetzt wegen Doppelbildern vor.
Sie finden eine Abduzensparese rechts, eine Gaumensegelparese
links sowie eine Hypoglossusparese links.
Welches ist die vordringliche diagnostische Maßnahme?
(A) Lumbalpunktion
(B) Hirnbiopsie
(C) Bestimmung der Tumormarker
(D) Bestimmung antineuronaler Antikörper
(E) Knochenszintigraphie
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1749
Hinsichtlich der Oberflächensensibilität wird der laterale
Fußrand im Allgemeinen folgendem der genannten Dermatome
zugeordnet:
(A) L1
(B) L2
(C) L4
(D) S1
(E) S3
50
Beim Erwachsenen (mit durchschnittlicher Körper- und Rückenlänge) endet das Rückenmark (Conus medullaris) am wahrscheinlichsten in Höhe:
(A) 10./11. BWK
(B) 1./2. LWK
(C) 4./5. LWK
(D) kranialer Rand des Sakrum
(E) Hiatus sacralis
51
Für die Bauchhautreflexe (BHR) trifft am wenigsten zu:
(A) Bei so genannter Pyramidenbahnschädigung (im klinischneurologischen Sinne) sind sie typischerweise gesteigert.
(B) Sie lassen sich auslösen durch Bestreichen der Bauchhaut
mit einem Streichhölzchen.
(C) Bei der Encephalomyelitis disseminata können sie pathologisch verändert sein.
(D) Sie werden zur segmentalen Zuordnung etagenweise geprüft.
(E) Bei wiederholter, rasch aufeinander folgender Auslösung
kann es zur Habituation kommen.
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1852
Eine 47-jährige Frau, die früher nie ernsthaft krank gewesen
war, stellt sich wegen einer langsam progredienten Schwäche
der Finger rechts vor.
Bei der neurologischen Untersuchung finden sich rechts atrophische Paresen der Mm. interossei, des Hypothenar und des
M. adductor pollicis, mit vereinzelten Faszikulationen. Der
Trömner-Reflex ist rechts ausgefallen. Die Muskeleigenreflexe
an den Beinen sind gesteigert, das Babinski-Zeichen beidseits
positiv. Diskrete querschnittsförmige Hypästhesie und Hypalgesie kaudal der Brustwarzen.
Welche Diagnose ist am wahrscheinlichsten?
(A) Arnold-Chiari-Syndrom
(B) spinales Meningeom
(C) Spinale Muskelatrophie, Typ Kennedy-Syndrom
(D) progrediente Landry-Paralyse
(E) Friedreich-Krankheit
53
Unter Trismus versteht man am häufigsten folgenden der genannten Befunde:
(A) eine fixierte Opisthotonus-Haltung bei Tetanie
(B) einen tonischen Kaumuskelkrampf mit Kieferklemme
(C) eine extreme, anhaltende Hyperlordose-Haltung bei Lyssa
(D) einen anhaltenden Hemispasmus facialis bei Tollwut-Erkrankung
(E) bestimmte spontane Karpopedalspasmen
54
Für welche der folgenden Erkrankungen/Störungen sind (nichtpharmakogene) Myoklonien am wenigsten charakteristisch?
(A) Impulsiv-Petit-mal
(B) Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, sporadische Form
(C) Myasthenia gravis
(D) Epilepsia partialis continua (Kozevnikov)
(E) Lance-Adams-Syndrom
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-1955
Eine Cataracta myotonica tritt am häufigsten auf bei folgender
der genannten Krankheiten:
(A) Paramyotonia congenita (Eulenburg)
(B) Dystrophia myotonica [(Curschmann-Batten-)Steinert]
(C) Myotonia congenita, Typ Thomsen
(D) Okulopharyngeale Muskeldystrophie
(E) Myotonia congenita, Typ Becker
56
Was ist für die Myotonia congenita Thomsen am wenigsten
charakteristisch?
(A) Perkussionsmyotonie
(B) myotone Entladungsserien im EMG
(C) autosomal-dominanter Erbgang
(D) Manifestation von Krankheitssymptomen bereits in den
ersten Lebensjahren
(E) extreme Atrophie der Wadenmuskulatur
57
Zur Behandlung der Myasthenia gravis kommt am wenigsten in
Betracht:
Therapie mit
(A) Immunglobulinen
(B) Glucocorticoid
(C) Azathioprin
(D) Cholinesterasehemmer
(E) D-Penicillamin
58
Bei einem Patienten ist es - infolge Verschlusses im Bereich
der A. inferior posterior cerebelli - zu einem vollständigen
Wallenberg-Syndrom gekommen.
Ipsilateral wird man bei diesem Syndrom am wenigsten wahrscheinlich finden:
(A) Hemiataxie
(B) Hemiplegie
(C) Horner-Syndrom
(D) Gaumensegelparese
(E) Sensibilitätsstörung im Gesicht
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2059
In einem kranialen Computertomogramm ohne Kontrastmittelgabe
stellt sich eine Hirnarterie des Carotiskreislaufes vermehrt
dicht dar ("artery dense sign").
Es handelt sich am ehesten um ein
(A) direktes Zeichen einer Sinusthrombose
(B) indirektes Zeichen einer Sinusthrombose
(C) Frühzeichen einer Hirnblutung
(D) Frühzeichen eines ischämischen Schlaganfalls
(E) Zeichen einer Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel
60
Das kraniale Computertomogramm eines 86-jährigen Patienten
zeigt eine zerebrale Massenblutung rechtsseitig (siehe Abbildung Nr. 1 der Bildbeilage: axiale Schicht ohne Kontrastmittelgabe).
Welche Beurteilung trifft am wenigsten zu?
(A) Durch den Einbruch der Blutung in das Ventrikelsystem
droht eine Ventrikeltamponade.
(B) Es ist eine Stammganglienblutung infolge Ruptur lentikulostriärer Arterien als Blutungsquelle anzunehmen.
(C) Die abgebildete Lokalisation gehört zu den Vorzugslokalisationen hypertensiver intrazerebraler Blutungen.
(D) Da die Blutung einen Resorptionssaum zeigt, muss sie
mindestens zwei Wochen alt sein.
(E) Es besteht eine raumfordernde Wirkung mit Mittellinienverlagerung.
61
Im Rahmen einer gutachterlichen Fragestellung soll festgestellt werden, ob nach einem Schädel-Hirn-Trauma vor
ca. 2 Jahren bei dem Patienten noch residuale Blutungsherde
nachgewiesen werden können.
Welches der folgenden Verfahren ist dazu am besten geeignet?
(A) Magnetresonanztomographie
(B) Katheterangiographie
(C) Röntgendiagnostik (Schädelübersichtsaufnahme in zwei
Ebenen)
(D) Single-Photon-Emissions-Computertomographie
(E)
18
FDG-Positronen-Emissions-Tomographie
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2162
Als Ursache der Metachromatischen Leukodystrophie findet sich
in erster Linie ein Mangel an
(A) Arylsulfatase A
(B) Glucocerebrosidase
(C) Cystathioninsynthetase
(D) Phytansäure-α-Hydroxylase
(E) α-Mannosidase
63
Kennzeichnend für die Glykogenose Typ V (McArdle-Krankheit)
ist in erster Linie folgender der genannten Befunde:
(A) angeborene so genannte Gnomenwaden
(B) genetisch bedingtes Fehlen der Kreatinkinase
(C) genetisch bedingter Mangel an Hexosaminidase A
(D) Störung des Anstiegs der Serum-Lactat-Konzentration im
Ischämietest
(E) genetisch bedingter primärer Mangel an Carnitin-PalmitylTransferase
64
Womit ist im Zustand der akuten schweren Hypoglykämie (bei
Diabetes mellitus) am wenigsten wahrscheinlich zu rechnen?
(A) vermehrte Schweißsekretion
(B) Krampfanfall
(C) positives Babinski-Phänomen
(D) delirantes Syndrom
(E) positives Lhermitte-Zeichen
65
Longitudinale Einrisse der Schleimhaut in der Kardiaregion und
im kardianahen Ösophagus- und Magenbereich sind in erster
Linie charakteristisch für das/die
(A) Zieve-Syndrom
(B) Marchiafava-Bignami-Krankheit
(C) Wernicke-Enzephalopathie
(D) Mallory-Weiss-Syndrom
(E) Kearns-Sayre-Syndrom
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2266
Wenn ein realer Gegenstand vom Patienten in seiner Form
optisch verzerrt wahrgenommen wird, so wird dieses Phänomen am
zutreffendsten mit folgendem der genannten Termini bezeichnet:
(A) haptische Halluzination
(B) Stereoagnosie
(C) visuelle Anosognosie
(D) visueller Hemineglect
(E) Metamorphopsie
67
Ein psychotischer Patient berichtet: "Ich kann meine eigenen
Gedanken hören, sie sprechen auch innerlich mit mir. Das ist
furchtbar störend".
Es handelt sich psychopathologisch am ehesten um:
(A) Gedankeneingebung
(B) Zönästhesien
(C) Ideenflucht
(D) Gedankenlautwerden
(E) Gedankenausbreitung
68
Hinsichtlich der chronischen taktilen Halluzinose (Dermatozoenwahn) trifft zu:
(A) Es handelt sich um die häufigste chronische Wahnerkrankung.
(B) Bei einem erheblichen Teil der Fälle handelt es sich um
ältere Menschen.
(C) Das Krankheitsbild betrifft fast ausschließlich Männer.
(D) In der Regel besteht eine schwere Bewusstseinsstörung.
(E) Das Krankheitsbild geht zumeist mit einer Demenz vom
Alzheimer-Typ einher.
69
Zu einer schweren irreversiblen Demenz (im Sinne der ICD-10)
kommt es am wahrscheinlichsten bei folgender der genannten
Krankheiten/Störungen:
(A) Tolosa-Hunt-Syndrom
(B) Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
(C) Chorea Huntington
(D) Kiloh-Nevin-Syndrom
(E) Encephalomyelitis disseminata
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2370
Zu den Symptomen 1. Ranges der Schizophrenie (nach K. Schneider) lässt sich in erster Linie folgende der genannten Beschwerdeschilderungen (eines an Schizophrenie Erkrankten)
rechnen:
(A) Häufig rief jemand meinen Namen, sah ich nach, war keiner
da.
(B) Vor mir sah ich eine wunderschöne Frau mit schwarzen
Augen, die plötzlich zu Asche verbrannte.
(C) Immer wieder höre ich - an verschiedensten Orten - etliche
Stimmen, die sich über mich unterhalten, die Stimme vom
Pastor und dem Hausarzt kann ich dabei gut unterscheiden.
(D) Oft spüre ich mein Herz regelrecht isoliert, vom übrigen
Körper getrennt.
(E) Ein sonderbares, schwingendes Gefühl zieht durch meinen
Körper von den Füßen in den Kopf, wie elektrischer Strom.
71
Die ICD-10 benennt in einem eigenen Abschnitt (F3) die Affektiven Störungen.
Zu diesen Affektiven Störungen wird nach ICD-10 in erster
Linie folgende der genannten Erkrankungen/Störungen gerechnet:
(A) Transsexualismus
(B) Manische Episode
(C) Anorexia nervosa
(D) Paranoide Psychose
(E) Pathologischer Rausch
72
Was ist für die katatone Form der Schizophrenie am wenigsten
charakteristisch?
(A) Katalepsie
(B) Bewegungsstereotypien
(C) psychomotorische Unruhe
(D) Konfabulation
(E) Mutismus
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2473
Hinsichtlich der so genannten Perniziösen Katatonie trifft am
wenigsten zu:
(A) Es handelt sich um ein lebensbedrohliches Krankheitsbild.
(B) Erhöhte Körpertemperatur ist ein kennzeichnender Befund.
(C) Therapeutisch kommt Neuroleptika-Gabe in Betracht.
(D) Sie ist in einem Teil der Fälle nur schwer vom malignen
neuroleptischen Syndrom abzugrenzen.
(E) Elektrokonvulsive Therapie ist kontraindiziert.
74
Ein 60-jähriger Patient leidet an einer Harnabflussstörung
infolge benigner Prostatahyperplasie.
Zu Beginn einer Therapie mit welchem der folgenden Psychopharmaka würde sich die Miktionsstörung am ehesten verstärken?
(A) Fluvoxamin
(B) Amitriptylin
(C) Moclobemid
(D) Lithium
(E) Haloperidol
75
Welcher der Arzneistoffe kommt zur Notfallbehandlung eines
malignen neuroleptischen Syndroms mit hohem Fieber und
Bewusstseinsstörung am ehesten in Frage?
(A) Atropin
(B) Dantrolen
(C) Metoclopramid
(D) Selegilin
(E) Sulpirid
76
Bei welchem der folgenden Arzneistoffe ist - im Rahmen der
Langzeittherapie - am wenigsten wahrscheinlich mit dem Auftreten von ausgeprägten Spätdyskinesien zu rechnen?
(A) Haloperidol
(B) Perphenazinenantat
(C) Flupentixoldecanoat
(D) Clozapin
(E) Benperidol
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2577
Was ist für die schwere depressive Episode (nach ICD-10) am
wenigsten charakteristisch?
(A) Denkhemmung
(B) Verfolgungswahn
(C) Gefühl der Gefühllosigkeit
(D) Morgentief
(E) morgendliches Früherwachen
78
Welches der folgenden Psychopharmaka wird üblicherweise nicht
zu der Gruppe der Antidepressiva gerechnet?
(A) Mirtazapin
(B) Fluspirilen
(C) Venlafaxin
(D) Moclobemid
(E) Nefazodon
79
Ein Patient wird antidepressiv mit Imipramin behandelt.
Mit welcher unerwünschten Arzneimittelwirkung ist hier am
wenigsten wahrscheinlich zu rechnen?
(A) Mundtrockenheit
(B) Gewichtszunahme
(C) Obstipation
(D) Retrocollis
(E) Akkommodationsstörung
80
Hinsichtlich Risperidon (Risperdal®) trifft am wenigsten zu:
Es
(A) hat eine dopaminantagonistische Wirkung
(B) beeinflusst das serotonerge System
(C) kann extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen hervorrufen
(D) ist in erster Linie indiziert bei leichten und mittelschweren depressiven Episoden
(E) handelt sich hierbei um ein Benzisoxazolderivat
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2681
Welcher der genannten Arzneistoffe ist bei Lithium-Unverträglichkeit die Alternative erster Wahl für die Langzeitprophylaxe (= Rezidivprophylaxe) bei manisch-depressiven Psychosen?
(A) Benperidol
(B) Carbamazepin
(C) Zolpidem
(D) Bromocriptin
(E) Clozapin
82
Hinsichtlich der Posttraumatischen Belastungsstörung (nach
ICD-10) trifft am wenigsten zu:
(A) Sie kann als Reaktion auf ein lebensbedrohliches Ereignis
entstehen.
(B) Sie setzt eine psychische Prädisposition in Form einer
paranoiden Persönlichkeitsstruktur voraus.
(C) Zu den typischen Merkmalen zählen so genannte Nachhallerinnerungen ("flashbacks").
(D) Sie kann einhergehen mit emotionaler Stumpfheit.
(E) Bei einem Teil der Patienten treten Suizidgedanken auf.
83
Was ist für Anpassungsstörungen (nach ICD-10) am wenigsten
charakteristisch?
(A) Auftreten nach belastendem Lebensereignis
(B) Angstgefühle
(C) Auftreten depressiver Symptome
(D) Beeinträchtigung üblicher sozialer Aktivitäten
(E) transitorische globale Amnesie
84
Was ist für die Panikstörung (nach ICD-10) am wenigsten
charakteristisch?
(A) anfallsartige Angst ohne sichtbaren Anlass
(B) Entfremdungsgefühle
(C) ängstliche Erwartung ("Angst vor der Angst")
(D) Furcht vor Kontrollverlust
(E) so genannte drop attacks
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2785
Bei den Persönlichkeitsstörungen werden nach ICD-10 explizit
bestimmte spezifische Persönlichkeitsstörungen benannt.
Zu diesen spezifischen Persönlichkeitsstörungen zählt nicht:
(A) paranoide Persönlichkeitsstörung
(B) psychagoge Persönlichkeitsstörung
(C) schizoide Persönlichkeitsstörung
(D) histrionische Persönlichkeitsstörung
(E) ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
86
Bei dem so genannten sensitiven Beziehungswahn (i.S. von
Kretschmer) handelt es sich in erster Linie um ein(e):
(A) Rentenneurose
(B) paranoide Entwicklung
(C) organische Halluzinose
(D) Symptomenbild im Rahmen eines Entzugsdelirs
(E) manisches Stadium einer bipolaren zyklothymen Psychose
87
Hinsichtlich des Transsexualismus (nach ICD-10) gilt:
(A) Es handelt sich in erster Linie um eine fetischistische
Sexualstörung.
(B) Bei einem erheblichen Teil der Fälle handelt es sich um
die Form "Mann-zu-Frau".
(C) Transsexualismus ist - nach heutiger vorherrschender
Lehrmeinung - synonym mit Transvestitismus.
(D) Eine Personenstandsänderung ist nach dem TranssexuellenGesetz nur zulässig in Verbindung mit einer geschlechtsumwandelnden Operation.
(E) Im Rahmen der Therapie sind psychotherapeutische Maßnahmen kontraindiziert.
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2888
Hinsichtlich psychotherapeutischer Verfahren trifft am
wenigsten zu:
(A) In der Psychoanalyse ist die so genannte Abstinenzregel
von wesentlicher Bedeutung.
(B) Aktuelle Anpassungsschwierigkeiten können mit klientenzentrierter Psychotherapie behandelt werden.
(C) Bei der Indikationsstellung zur Psychoanalyse ist Leidensdruck des Patienten ein wichtiger Faktor.
(D) Die Psychoanalyse beschränkt sich auf die Bearbeitung
frühkindlicher Konflikte.
(E) Verhaltensmodifikation kann zur Veränderung von Sozialbeziehungen eingesetzt werden.
89
Welches der folgenden Psychotherapieverfahren postuliert für
seine Durchführung am stärksten und mit besonderer Hervorhebung folgende Konstellation von so genannten Basisvariablen
aufseiten des Therapeuten:
- Echtheit/Kongruenz
- Volle emotionale Akzeptierung und positive Wertschätzung des
Patienten
- Empathisches Verstehen (Empathie)
(A) Psychoanalyse (nach Freud)
(B) Hypnotherapie (nach Erickson)
(C) Gesprächspsychotherapie (nach Rogers)
(D) Individualpsychotherapie (nach Adler)
(E) Verhaltenstherapie
90
Zu den Methoden/Techniken der Verhaltenstherapie zählt am
wenigsten:
(A) Gedankenstopp
(B) Modell-Lernen
(C) Selbstsicherheitstraining
(D) Diskriminationslernen
(E) Hypnokatharsis
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-2991
Bei welchem der folgenden Arzneistoffe ist beim Erwachsenen
- bei Gabe über längere Zeit - am wenigsten wahrscheinlich mit
der Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit (Abhängigkeitssyndrom) zu rechnen?
(A) Buprenorphin
(B) Meprobamat
(C) Amitriptylin
(D) Fenetyllin
(E) Chlordiazepoxid
92
Eine Abhängigkeitsentwicklung ist am wahrscheinlichsten zu
erwarten bei Langzeittherapie mit folgendem der genannten
schlafanstoßenden Medikamente oder "Hypnotika":
(A) Lorazepam (Tavor®)
(B) Hypericin (in Sedariston®)
(C) L-Tryptophan (Ardeytropin®, Kalma®)
(D) Extr. Rad. Valerianae
(E) Melperon (Eunerpan®)
93
Was ist für das persistierende Korsakow-Syndrom am wenigsten charakteristisch?
(A) Störungen der Orientierung zur Zeit
(B) Zeitgitterstörung
(C) olfaktorische Halluzinationen
(D) Konfabulationen
(E) Störungen der Orientierung zum Ort
94
Welcher der genannten Arzneistoffe ist zur (stationären)
Therapie des Alkoholentzugsdelirs am besten geeignet?
(A) L-Tryptophan
(B) Moclobemid
(C) Cyproteron
(D) Selegilin
(E) Clomethiazol
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-3095
Was hat bei der Akuttherapie der Wernicke-Enzephalopathie die
größte Bedeutung?
(A) Gabe von Vitamin B 12
(B) Gabe von Tetrahydrofolsäure
(C) Gabe von Thiamin
(D) Elektrokrampftherapie
(E) Glucoseinfusionen i.v. (in kurzfristigen Abständen)
96
Das jetzt 4-jährige, schwer intelligenzgeminderte Mädchen
entwickelte sich in den ersten 1½ Jahren weitgehend unauffällig. Etwa ab dem 20. Lebensmonat kam es zu einer Verlangsamung
des Kopfwachstums, einem Rückgang der Sprachentwicklung, zum
Verlust zielgerichteter Handbewegungen, stattdessen zum Auftreten von stereotypen Handbewegungen wie Händewringen oder
"Händewaschen", schließlich auch zu choreo-athetoiden Bewegungen.
Es handelt sich am wahrscheinlichsten um folgende der genannten Krankheiten:
(A) Hebephrenie
(B) Ganser-Syndrom
(C) Frühkindliche Schizophrenie
(D) Rett-Syndrom
(E) Autistische Psychopathie (Asperger-Syndrom)
97
Für die Hyperkinetische Störung des Kindesalters ist welches
Merkmal am wenigsten charakteristisch?
(A) Manifestation der Störung bereits in den ersten Lebensjahren
(B) Zwangshandlungen
(C) Störung der Verhaltenssteuerung
(D) emotionale Störungen
(E) Stimmungsschwankungen
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2. Staatsexamen Frühjahr 2003
-3198
Welche Aussage zum Pavor nocturnus (nach ICD-10) trifft am
wenigsten zu?
(A) Während der Episode ist es im Allgemeinen für andere
schwer, den Betroffenen zu beruhigen.
(B) Er tritt im Regelfall im letzten Drittel des Nachtschlafs
auf.
(C) Dauer einer Episode von mehreren Minuten passt zum typischen Bild.
(D) Für die Episode besteht später meist (partielle oder vollständige) Amnesie.
(E) Eines der bekannten Phänomene hierbei ist Erwachen mit
einem Panikschrei.
99
Was ist für die Fütterstörung im frühen Kindesalter, nach
ICD-10, am wenigsten charakteristisch?
(A) extrem wählerisches Essverhalten
(B) Nahrungsverweigerung
(C) (begleitende) Rumination
(D) Untergewicht
(E) Pica
100
Als Ausdruck pathologischer Tics bei einem Kind mit einer
vorübergehenden Tic-Störung, nach ICD-10, findet man am
wenigsten wahrscheinlich folgendes der genannten Phänomene:
(A) Blinzeln
(B) Grimassieren
(C) Kopfschütteln
(D) Koprophagie
(E) "Schulterzucken"
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