- Mozarteum

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OH, DU MEI´ ÖSTERREICH
Werke von
Werner Pirchner, Haimo Wisser, Otto M. Zykan
Ensemble der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg
Sándor Végh Kammerorchester
Musikalische Leitung:
Hansjörg Angerer
Albert Weilguny, Sprecher
Bartolo Musil, Vokalperformance
Miriam Kofler, Fagott
Konzeption:
Hansjörg Angerer / Wolfgang Gratzer
Freitag, 30. Oktober 2015
19.30 Uhr
Großer Saal
Stiftung Mozarteum Salzburg
Schwarzstraße 28
PROGRAMM
Otto M. Zykan
(1935-2006)
Eröffnungspolka (1980)
für Streicher, Bläser, Xylophon und Klavier
Werner Pirchner Do you know Emperor Joe?, PWV 13
(1940-2001)
für Bläserquintett (1982)
1. Fine-Intrada
2. Titellos
3. Landleben
4. Nachmittag eines Vormittags
5. Tanz der Salmonellen
6. Tetere-tee
7. Schmalspur-Polka
8. Wer hat Dir – Du schöner Wald – eine vor den Latz geknallt?
9. Barfuß-Schuh-Plattler
10. Gia ma bold hoam!
11. Ja, Wir sind mit dem Radd hier!
12. Italienischer Sabeltanz
13. Von Josef für Josef
14. „Dieser Satz existiert nicht, so wie es in vielen Hotels
kein Zimmer Nr. 13 gibt“ (Werner Pirchner)
15. Idylle & Krawalle
16. Vom Leben (Dur & Moll)
17. Compliments to Great Britain
18. Die Donau ist blau – wer nicht?
Otto M. Zykan
(1935-2006)
„Glauben Sie mir! Ich versteh was davon!“
(Aus Texten Zykans)
Albert Weilguny, Sprecher
Otto M. Zykan
(1935-2006)
Polemische Arie für Sprecher (1968 ff.)
Werner Pirchner Mit FaGottes Hilfe, PWV 40 für Fagott (1989)
(1940-2001)
1. Durch die Lagen
2. Heiße Rohre
3. Kadenz / Cadenza
4. Ahorn
5. „Als ich die Sonne sah, glaubte ich das Verborgene zu sehen.“
6. „wie gepfiffen“
Miriam Kofler, Fagott
Haimo Wisser
(1952-1998)
Arien und Chöre der Elite (Die von uns gewählte Realität) (Auswahl)
für Bläserquintett und Zuspielband (1992/93)
Haimo Wisser Alles Walzer für Brassquintett (1989)
(1952-1998)
1. Moltoflott
2. Moltofill
3. Alles Walzer
Werner Pirchner Choräle, PWV 85c für Streichorchester (1997)
(1940-2001)
1. Moll und Dur – ein Stück Natur?
2. Abschied
3. Zwei mal Drei Takte?
Werner Pirchner Emigrantensinfonie, PWV 23
(1940-2001)
für Kammerorchester (1987)
1. Mozart und Schubert
2. Die logische Konsequenz des Marschierens
3. ... Sie haben nichts gewußt ...
4. ... Sie wollen auch jetzt nicht wissen ...
5. Ein Emigrant – hat sich verrannt – in diese Symphoney
(Young and Old Children)
Bartolo Musil, Vokalperformance
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-- Pause --
Ensemble der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg
Sándor Végh Kammerorchester
Musikalische Leitung: Hansjörg Angerer
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WERKEINFÜHRUNG
I. Konzertidee
„Wie wird man ein ‚guter Österreicher‘?“ Diese Frage stellten die Salzburger Nachrichten
kürzlich auf Seite 1 (30. September 2015). Im Untertitel fand sich das Resümee: „Wer ein guter
Bürger sein will, muss unbedingt Gesetze und Institutionen achten.“ Dem Aufmacher lag die
45-seitige Studie Zur Bedeutung nationaler Identität in Salzburg (Robert-Jungk-Bibliothek
für Zukunftsfragen, 2015) von Fabian Habersack zugrunde. Die prominent platzierte
Zeitungsmeldung erinnert an eine These des österreichischen Psychoanalytikers Erwin
Ringel: Dieser hatte 1991 in einem Vortrag der von ihm charakterisierten „Österreichischen
Seele“ verschiedene Merkmale zugeschrieben, darunter eine ausgeprägte Autoritätshörigkeit.
Ringel sprach von einer „Radfahrernation“.
Drei weitere Merkmale glaubte Ringel benennen zu können, darunter einen typischen Hang
zur Verdrängung: „Der Österreicher ist ein Großmeister im Verdrängen seiner unangenehmen
Dinge. Ich behaupte, dass das berühmte Duett aus der Fledermaus, wo sie singen: ,Glücklich
ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist‘ eine geheime österreichische Hymne ist.“
Es scheint nicht an Bestätigungen für diese provokante Diagnose zu fehlen. Drei Beispiele
dafür: Das 1948 auflagenstark verteilte und vor Nostalgie triefende Österreich-Buch
(herausgegeben vom Schriftsteller und Kulturmanager Ernst Marboe), der 1981 erstmals
ausgestrahlte Musikantenstadl, der später weit über den deutschen Sprachraum exportiert
und zu einem Verkaufsschlager der Unterhaltungsindustrie wurde, und das – nicht ganz
zufällig 1939 installierte – Neujahrskonzert in Wien. All diese Initiativen trugen dazu bei,
Österreich erfolgreich als idyllisches „Musikland“ zu inszenieren.
Gab es kritische Gegen-Töne zu diesem Österreich-Bild? Gab es Ironie? Gab es GegenHymnen? Ja, und nicht zu wenige: Die TV-Travestie Staatsoperette von Otto M. Zykan
(1935–2006), Do you know Emperor Joe? von Werner Pirchner (1940–2001) oder Arien und
Chöre der Elite von Haimo Wisser (1952–1998) richten sich mit gewitzten Mitteln gegen
österreichische Formen der Verdrängung. Und gegen ein verharmlosendes Kunst- und
Geschichtsverständnis.
Eine differenziert vergleichende Würdigung der künstlerischen Arbeiten dieser Komponisten,
die sowohl musikalisch als auch literarisch und bildnerisch aktiv waren, hat bisher nicht
stattgefunden. Das im Auftrag des interuniversitären Schwerpunktes Wissenschaft & Kunst
konzipierte Symposion Polemische Arien (30. / 31. Oktober 2015) begegnet diesem Manko
und holt die Individualisten Zykan, Pirchner und Wisser vor den Vorhang.
Das heutige Konzert Oh, du mei‘ Österreich lässt hören, was beim Symposion vorgestellt und
reflektiert wird: Zykan, Pirchner und Wisser als künstlerische Akteure in Kontroversen – und
als selbständige, kritisch-kreative Österreicher.
„Wie wird man ein ‚guter Österreicher‘?“,
aus: Salzburger Nachrichten, 30.9. 2015, S. 1
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II. Zu den Werken
Eröffnungspolka: „Tradition ist überhaupt das Wichtigste, was es gibt. Das Erhalten unserer
kulturellen Errungenschaften – das sind geistige Werte – ist eine Lebensfrage für jede
Gesellschaft.“ Zur sichtlichen Überraschung seines Gesprächspartners äußerte sich Otto M.
Zykan 1989 in einer Fernsehsendung dezidiert positiv zur Tradition. Tatsächlich empfand
der Wiener Künstler große Wertschätzung für viele Kompositionen der Vergangenheit.
1935 in die Familie eines Gitarristen und Komponisten geboren, nach Kriegsende für zehn
Monate Mitglied der Wiener Sängerknaben und als Hochbegabung frühzeitig an der Wiener
Musikhochschule eingeschrieben, entwickelte Zykan eine umfassende Werkkenntnis – und
das Bedürfnis, der Versteinerung musikalischer und gesellschaftlicher Traditionen mit der
ihm eigenen Mischung aus Humor und Raffinement entgegen zu wirken. Die von ihm ab
1965 gemeinsam mit Kurt Schwertsik und Heinz Karl Gruber gestalteten, unzeitgemäßen
„Salonkonzerte“ sind dafür ebenso ein Beispiel wie Kompositionen, die ein unkonventionelles
Kunstverständnis anzeigen. Als am 17. Oktober 1965 in Wien Zykans Duo O, Santa Cecilia
und andere Pustavögel zur Aufführung gelangte, berichtete eine namhafte Tagungszeitung
von „köstlichen Abscheulichkeiten“. Formulierungen wie diese mögen auch jene finden, die
zu wissen meinen, was eine Polka ist, dann aber Zykans – sich wie verdreht – drehende
Eröffnungspolka hören. Als Zykan 1980 für die Württembergische Staatsoper Stuttgart die
kurzweilige, revueartige Nummernfolge Kunst kommt von Gönnen komponierte, eröffnete er
mit diesem Stück.
Karikatur von Werner Pirchner
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Do you know Emperor Joe?: Eines der Grundthemen des Humors sei das falsche Pathos,
und eines seiner Grundprinzipien die Entpathetisierung, äußerte einst Václav Havel. Der
Tiroler Werner Pirchner, der seine Musikerlaufbahn als Vibraphonist und Marimbaphonist im
Jazz begann und durch seine Langspielplatten mit unkonventioneller Musik, seine Film- und
Bühnenmusiken, vielschichtigen Kammermusikwerke und schließlich sein Sounddesign für
den ORF-Kultursender Ö1 (1994) auch als Komponist weit über Österreich hinaus bekannt
wurde, sei – so Thomas Rothschild in seiner Einführung zu Pirchners Doppelalbum EU (ECM
New Series 1315) – „nicht nur ein witziger, sondern auch ein politischer Komponist“. Um
falsches Pathos und seine Entlarvung kreist Pirchners Blechbläserquintett Do you know
Emperor Joe? für zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba. Dessen launige Widmung
verweist auf den Entstehungshintergrund: „Dedicated to Joseph II, the only monarch with
the nickname ‚Menschenfreund‘ and to Fritz von Herzmanovsky-Orlando, author of ‚Kaiser
Joseph and the Stationmaster’s Daughter‘“. Pirchners Werk, bestehend aus 18 Miniaturen,
wobei die 14. nicht komponiert wurde, entstand als Bühnenmusik zu einer 1983 realisierten
Inszenierung von Fritz von Herzmanovsky-Orlandos hintergründiger Komödie Kaiser Joseph
und die Bahnwärterstochter im Auftrag des Theaterfestivals Volksschauspiele Telfs. Das
Drama spielt im Jahr 1786 und handelt von Kaiser Jospeh II., der verkleidet eine kleine
Eisenbahn in den österreichischen Alpen inspiziert, die vor dem Ausland geheim gehalten
wird, und sich in die schöne Bahnwärterstochter Innozentia, genannt „Notzerl“, verliebt. Da
taucht ein italienischer Attentäter namens Rinaldo Rinaldini auf und versucht den Kaiser
umzubringen, was Notzerls heimlicher Bräutigam Teuxelsieder zu verhindern weiß. Aus Dank
adelt der Kaiser ihn und Notzerl zu Baron und Baronin. Das Eisenbahnprojekt wird auf Druck
des englischen Botschafters Hobgolin eingestellt, zumal man „mit der Eisenbahn ja eh nix
wie Scherereien hat“. Auf diese Handlung nehmen Pirchners Miniaturen, ursprünglich für
zwei Trompeten, Horn, Tuba, mehrere Gesangsolisten, Klavier und eine Rhythmusgruppe
komponiert, Bezug. Neben Grotesken wie Fine – Intrada (ein Schlussstück zur Eröffnung),
Landleben (als ständiger Wechsel von Adagio und Prestissimo und mit Vogelgezwitscher),
Nachmittag eines Vormittags (der kurz und „verkatert“ ist), Tanz der Salmonellen (weil dies
laut Pircher so ähnlich klingt wie „Tanz der Salome“) oder Tetere-tee (gedacht als „Kombination
aus Schein und Sein“) finden sich Sätze mit durchaus politik- und gesellschaftskritischen
Aspekten: Titellos (als Reflexion über die Bedeutung von akademischen Titel in Österreich),
Schmalspur-Polka (eine Parodie auf biedere Gemächlichkeit), Barfuß-Schuh-Plattler (als
Dekonstruktion alpenländisch-folkloristischer Musikfloskeln), Von Josef für Josef (eine
parodistische Verfremdung der Kaiserhymne, da laut Pirchner Joseph Haydn das Werk
wohl lieber für den „Menschenfreund“ Joseph II. als für Franz II. komponiert hätte) und
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Compliments to Great Britain (als Parodie auf die englische Hymne). Im Schlusssatz Die Donau
ist blau – wer nicht? wird der Donauwalzer, eine „geheime Hymne“, in seine musikalischen
Bestandteile zerlegt und seiner pathetischen Aura enthoben. Hier lässt der Komponist die
Musiker den Satz „Oh, du mein Österreich!“ – auch das Motto dieses Konzerts – singen,
dem sich unmittelbar der entnervte und resignierende Ausruf „Oh mei!“ anschließt. An der
Ersteinspielung des Blechbläser-Quintetts Prisma (1984) waren drei Mozarteums-Lehrende
beteiligt: Hansjörg Angerer, Hans Gansch und Karl Steininger.
„Glauben Sie mir! Ich versteh was davon!“: In Zykans Sprachkunstwerken finden sich
unzählige Austriaca: Von Skurrilitäten der Alltagswelt, aufgegriffen in Singers Nähmaschine
ist die beste (1966, verändert 1973), über Tribute an das Museum der Meisterwerke (wie
im Sprechstück EroiKa, 2005) bis hin zur verfahrenen Diskussion über die Österreichische
Bundeshymne: Im Leserbrief „Drum singe, wem Gesang gegeben“ (Der Standard, 30.
September 2005) bekräftigte Zykan mit satirischem Unterton seine Empfehlung, auch die
Melodie der Hymne zu überdenken: „Glauben Sie mir! Ich versteh was davon!“ Wie die
Bundeshymne fand vieles seine Aufmerksamkeit, etliches sodann Spott und Hohn. Die hohe,
philosophisch tiefgründige Formulierungskunst, mit der Zykan (nicht nur) österreichische
Marotten und Allwissenheitsansprüche beschrieb, ist dabei allgegenwärtig. 1968 erschien
in der auflagenstarken Neuen Musikzeitung eine Rezension mit dem – eine Zeile aus
Mozarts Don Giovanni ironisch variierenden – Titel „Reich mir die Hand, mein Schönberg“.
Gegenstand der kunstvoll formulierten Zeitungskritik war Willi Reichs Neuerscheinung
Schönberg oder der konservative Revolutionär, eine Monographie, die für ein umfassendes
Verständnis dieses umstrittenen Komponisten werben sollte. Die Rezension stammte
aus der Feder Otto M. Zykans, der als Konzertpianist vielerorts Schönbergs – damals im
Konzertsaal höchst selten anzutreffendes – Klavierwerk interpretierte. Also Beifall für
Reichs Monographie? Im Gegenteil: Zykan beschrieb scharfzüngig, was ihm an Reichs Buch
störte: die Unselbständigkeit des Biographen. Als Beispiel zitierte er einen von Reich – von
diesem wie selbstverständlich hingenommenen – Ausspruch, den Schönberg 1921 bei einem
Spaziergang gemacht haben soll: „Ich habe eine Entdeckung gemacht, durch welche die
Vorherrschaft der deutschen Musik für die nächsten hundert Jahre gesichert ist.“ Reich ließ
diese in mehrfacher Hinsicht fatale Entgleisung unkommentiert, was Zykan gehörig empörte.
Polemische Arie: Die Lektüre von Reichs Schönberg-Monographie hatte auch eine
künstlerische Arbeit zur Folge: Ebenfalls 1968 wurde jene Polemische Arie fertig, die Schönbergs
lächerliche Selbststilisierung sukzessive, wie als Zeichen zunehmenden Wahnsinns, „zerlegt“.
Erstmals am 29. Juni 1969 im Rahmen von Friedrich Guldas Internationalem Musikforum
Ossiach aufgeführt, entwickelte Zykan die virtuose Polemische Arie weiter. Bereits 1969
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wurde in Wien eine Version für Solostimme und Vokalensemble aufgeführt. Später fand das
musikalische Bekenntnis – ein Bekenntnis zu einem entabuisierenden, kritischen Umgang
mit problematischen geschichtlichen Sachverhalten – u. a. Eingang in die Choroper Wahr ist,
dass der Tiger frisst (1994) und den Zyklus für Streichquartett und teilhabenden Komponisten
(2000).
Karikatur von Werner Pirchner
Mit FaGottes Hilfe: Werner Pirchners Beschäftigung mit den spieltechnischen Möglichkeiten
des Fagotts entspringt einem Auftrag der „Jeunesse“ – Sektion Österreich, die im Jahr 1989 ihr
40. Jubiläum feierte. Die Anfänge des Stücks gehen anscheinend auf das Jahr 1985 zurück,
die Uraufführung erfolgte 1989 im Wiener Musikverein durch Milan Turković. Pirchner fordert
den Solisten/die Solistin zu freiem, kreativem Musizieren heraus. Der 1. Satz verlangt die
Gestaltung häufiger Stimmungs- und Ausdruckswechsel. Im 2. Satz ist mit dem Notentext
dynamisch frei zu verfahren. Der 3. Satz ist teils grafisch notiert und u.a. mit folgenden
spieltechnischen Anweisungen versehen: „Spiel einige interessante Spaltklänge … kurze &
lange Sounds, Triller etc. – ca. 20 bis 40 Sec. – Zum Schluß schau Dir durchs Fagott (wie ein
Fernrohr) das Publikum an.“ Der 4. Satz mit dem Titel Ahorn „heißt so, weil das Instrument
aus Ahorn gemacht ist“ (Pirchner). Der Titel des 5. Satzes nimmt Bezug auf Johan August
Strindbergs Kammerspiel bzw. „literarische Sonate“ Die Gespenstersonate (1908). Im 6. Satz ist
vorgesehen, dass der Solist/die Solistin mit der linken Hand spielt, mit den Fingern der rechten
Hand schnipst und dabei tänzerisch den Raum verlässt.
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Arien und Chöre der Elite: Der aus Wien stammende Wahl-Tiroler Haimo Wisser bezeichnete
sich gerne als „gewordener Komponist“, weil sein Weg zu „ernsthafter Musik“ unkonventionell
verlief. Neben dem Gitarre- und Kontrabassstudium an der Wiener Musikhochschule in den
siebziger Jahren spielte er in Popmusikgruppen und war als E-Bassist Mitglied der progressiven
Wiener Rockmusikgruppe Paternoster, deren einzige Schallplatte als „legendär“ eingestuft
wird. Die Beschäftigung mit afrikanischer und indischer Musik einerseits und kabarettartigen
Liederprogrammen mit skurrilen Sprachstilen andererseits weckte in ihm zunehmend
das Interesse an mutigen kompositorischen Experimenten. Wissers Arbeitsweise ist, wie
sein Werk überhaupt, eigentümlich und vielschichtig. So besteht das Rohmaterial seiner
Arien und Chöre der Elite (1992/93) aus Radiointerviews der ehemaligen österreichischen
Spitzenpolitiker Kurt Waldheim, Michael Graff, Thomas Klestil, Josef Hesoun, Jörg Haider,
Helmut Zilk, Fred Sinowatz, Heide Schmidt, Erhard Busek, Alois Mock, Franz Vranitzky und
Bruno Kreisky. Digital aufwändig aufbereitet, bearbeitete Wisser das Material, indem er die
Inhalte einzelner Aussagen ausklammerte und vielmehr kompositorisch mit den Floskeln,
dem Gestus und der Monotonie der Politikersprache spielte und dabei rhythmisch markante
Sätze bzw. Satzteile und oft auch nur Silben in den Vordergrund stellte. Das gesprochene
Wort entwickelt sich einmal zur „Arie“, dann wieder zum „Chor“. Zusammengeschnitten mit
unterschiedlichen Klängen und Hintergrundmusiken, entstanden Sprach- und Klangcollagen
voll Ironie, unterbrochen von Live-Zwischenspielen eines Blechbläserquintetts. Am Ende hört
man die österreichische Bundeshymne. Das „Radiostück in digitaler Montagetechnik“ mit
dem Untertitel Die von uns gewählte Realität erklang erstmals am 11. Februar 1993 in der
Ö 1-Sendung Kunstradio – Radiokunst, und zwar als Beitrag zum Thema „Transit“. Neben
der originalen Version, die 1994 auch audiovisuell realisiert wurde, gibt es Kurzfassungen,
bestehend aus ausgewählten „Arien und Chören“.
Alles Walzer: Sehr zutreffend schrieb der Journalist Rainer Lepuschitz im Oktober 1989
in der Tiroler Tageszeitung zum Anlass der Uraufführung des „Brassquintetts“ Alles Walzer
durch die Haller Stadtpfeifer: „Für Wisser ist das Kommando zum Walzer ein Synonym
für die Hörigkeit der Österreicher. Aber gleichzeitig kann Wisser mittels des Walzers seine
Gesellschaftskritik in vergnügliche Facon verpacken. Früher versuchte Wisser noch mehr
mit der Sprache, ‚Denkstrukturen zu unterlaufen‘. Aber dann entdeckte er, daß dies mit
Musik ‚leichter geht, weil man in der Musik nicht an so konventionelle Abläufe wie in der
Sprache gebunden ist‘“. Lepuschitz spielt hier auf Wissers Produktivität als Lyriker an, die
in Musikkabarettprogrammen wie Lieder, die wieder die Sprache zur Sprache bringen, Für
und Lieder oder Die ganze Wahrheit sowie in seinem Gedichtband Weil man lieber nicht
am Ende sterbert (1997) ihren Niederschlag fand. Der mitreißende 1. Satz mit der (Tempo-)
Bezeichnung Moltoflott und der das Walzergenre parodierende Schlusssatz Alles Walzer
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werden durch einen choralartigen, nach der Spachtelmasse Moltofill benannten Mittelsatz
kontrastiert. Der Schlusssatz des im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für
Unterricht und Kunst entstandenen Werks enthält einen akzentuiert einzuflechtenden Text
aus der Feder des Komponisten über Kunst und Meinungsmache in Österreich: „Mensch
frei und Kunst frei / aber keinerlei Übertrei-. / Meine Mei- und deine Mei- / von Adabei und
Kronenzeit-. / Links zwei und rechts zwei / alles Walzer in Österei-.“
Choräle: In den Chorälen für Streichorchester wirkt Werner Pirchners Musik ungewöhnlich
melancholisch. Alle Konventionen des Komponierens Neuer Musik am Ende des 20.
Jahrhunderts ignorierend, bleibt das Werk betont tonal – Moll und Dur lautet das Thema.
Ursprünglich als „Choräle ohne Worte“ für Bläser und Streicher komponiert, wurde das Werk
1997 von der Cappella Istropolitana unter Bernhard Sieberer in Deutschlandsberg beim
Steirischen Herbst uraufgeführt. Die Vorläufer der Choräle entstammen allerdings früheren
Jahren. Während Pirchner den fragenden Abschied?-Satz anlässlich der Beerdigung seiner
Mutter Anna am 28. Dezember 1995 schrieb, gehen die Ecksätze auf die Sonate vom rauhen
Leben (PWV 19) für zwei Akkordeons (oder Kirchenorgel), Stimme und Glockenspiel von 1986
zurück. Über den 1. Satz Moll und Dur – ein Stück Natur? (bzw. 3 bars Moll – 3 bars Dur – 4
bars? in der Sonate vom rauhen Leben) erzählte Pirchner in einem Interview: „Das Thema
[…] besteht nur aus drei Takten (in Moll oder in Dur). Es ist nicht mehr. Irgendwie steh‘ ich
auf das. So wie ein kurzer musikalischer Gedanke. Musik, die man in drei Takten ausdrücken
kann. Mich interessieren natürlich auch längere Stücke, aber ich möchte mich durch nichts,
durch keine Formen, beeinflussen lassen. Das wichtigste ist, dass man eine Idee hat.“ Den
ersten Satz verarbeitete Pirchner auch in seiner Musik PWV 24 zum Film Das rauhe Leben
über den österreichischen Dichter Alfons Petzold (Regie: Heide Pils, 1987).
Karikatur von Werner Pirchner
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AUSFÜHRENDE
Emigranten-Symphonie: Werner Pirchners Emigranten-Symphonie für Streichorchester
(bzw. für Streichquintett oder zwei Violinen, Viola und Kontrabass) entstand 1987 als
Bühnenmusik zu einer Inszenierung von Bert Brechts Theaterstück Der aufhaltsame Aufstieg
des Arturo Ui (1941) im Wiener Akademietheater. Brecht transferiert in den 17 Szenen
des Stücks die Machtergreifung Hitlers in eine Gangsterwelt nach dem Vorbild des sich
damals entwickelnden kriminellen Milieus in den USA. Werner Pirchner bezeichnete seine
Bühnenmusik als „einen meiner Versuche, mich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen“,
denn: „Gäbe es nicht Haydn, Mozart, Schubert, Bruckner, die Strauß-Familie, Mahler,
Schönberg, Berg, Webern und Zawinul, wäre Hitler der weltweit berühmteste Österreicher …
grauslig!“ Laut einer anderen Aussage Pirchners sollte das Werk einen „kleinen Beitrag zum
Thema Pflicht!?! (bzw. vermeintliche Pflichterfüllung)“ darstellen. Die Satzbezeichnungen
deuten einerseits die klassizistischen Züge dieser Kammersymphonie an (erkennbar
insbesondere im 1. Satz) und zeigen andererseits in unverkennbarer Polemik die Problematik
der unbewältigten NS-Vergangenheit auf (Die logische Konsequenz des Marschierens – Sie
haben nicht gewußt – Sie wollen auch jetzt nicht wissen). Spielanweisungen wie „haydnoso“
bis „zawinuloso“ liefern Hinweise auf die Herkunft der „musikalischen Emigranten“, die
die Partitur bevölkern. Unkonventionelle Interpretationsaufforderungen wie „dreijährigmozartoso“, „messerscharf“, „putzig & Co.“, „optimissimo“ oder „vorwärts – ins Verderben!“
spiegeln etwas vom agitatorischen Charakter des Brechts-Stücks. Dennoch endet das Werk
humoristisch – „frisch, wie ein Kind, schnulleroso“ –, den Ernst des Inhaltes relativierend, als
Imagination eines „Emigranten“, der sich „in diese Symphoney“ verrannt hat.
Wolfgang Gratzer / Thomas Nußbaumer
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Albert Weilguny
Albert Weilguny, 1957 in Klagenfurt geboren, absolvierte seine
Schauspielausbildung am Mozarteum Salzburg. Anschließend
führten ihn Festengagements an das Schauspielhaus Zürich, die
Städtischen Bühnen Osnabrück, das Staatstheater Darmstadt und
das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Daneben gastierte er u.a.
am Schauspielhaus Graz, am Staatstheater Braunschweig, am
Theater Luzern und bei den Salzburger Festspielen.
Wichtige Rollen waren der Prinz von Homburg, Don Karlos, Orest,
Trigorin sowie Albin/Zaza in dem Musical „La cage aux folles“. 1980
erhielt Albert Weilguny den Darstellerpreis beim 10. Norddeutschen Theatertreffen. 1992
kehrte er als Lehrer für Sprecherziehung an die damalige Abteilung für Schauspiel und Regie
am Mozarteum zurück, arbeitete daneben in diversen Salzburger Tanztheaterproduktionen
als dialogue-coach und weiterhin gelegentlich als Schauspieler für Theater und Film, z.B.
am Theater Augsburg und in den Murnberger-Filmen „Ich gelobe“ und „Silentium“. Zuletzt
spielte er mit dem Theater der freien Elemente in der ARGE Salzburg die Rolle des Hubert in
Drei Mal Leben von Yasmina Reza. Besonders gerne wirkt er als Rezitator in Veranstaltungen
des Thomas Berhard Institutes und in zahlreichen Konzerten der Universität Mozarteum mit.
Bartolo Musil
Bartolo Musil studierte Komposition und Gesang (u.a. bei Walter
Berry und Thomas Quasthoff) und ist in beiden Berufen mehrfacher
internationaler Preisträger.
Als Konzert- und Opernsänger übernahm er große solistische
Aufgaben bei zahlreichen namhaften europäischen Veranstaltern
(Wiener Musikverein und Konzerthaus, Berliner Philharmonie,
Opernhäuser von Frankfurt und Magdeburg, Chigiana-Festival
in Siena, Festwochen der Alten Musik in Innsbruck, Carinthischer
Sommer…) und legte Radioaufnahmen sowie mehrere Tonträger
vor. Als Komponist verfasste Bartolo Musil Auftragswerke für den Wiener Musikverein, das
Konzerthaus, den Carinthischen Sommer und andere Veranstalter. 2014 legte Bartolo Musil
ein künstlerisches Doktorat an der Musikuniversität Graz ab und wurde 2015 als Professor
an die Universität Mozarteum Salzburg berufen.
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Miriam Kofler
Hansjörg Angerer
Miriam Kofler, 1991 in Bozen geboren, erhielt zunächst
Privatunterricht im Fach Fagott, wechselte aber schon
nach einem Jahr ans Konservatorium „C. Monteverdi“ in
Bozen. 2011-2015 setzte sie ihr Studium an der Universität
Mozarteum Salzburg bei Marco Postinghel fort und schloss
dieses im Juni 2015 mit Auszeichnung ab.
2010 war sie Preisträgerin beim Fagottwettbewerb „G.
Rossini“ in Pesaro. Mit ihrem Bläserquintett „Quintetto
Spirito“ erreichte Miriam Kofler beim 63. ARD Wettbewerb
2014 in München das Semifinale.
Orchestererfahrung sammelte die Fagottistin u. a. mit der Streichakademie Bozen, mit
dem Mozarteumorchester Salzburg und der Philharmonie Salzburg, zudem war sie 201314 Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und konnte bereits mit renommierten
Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Philippe Jordan und David Afkham zusammenarbeiten.
Als Solistin war Miriam Kofler bisher mit den Fagottkonzerten von Kozeluh, Weber und
Mozart zu erleben.
Mit der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg unter dem Dirigenten Hansjörg Angerer
wirkte Miriam Kofler als Solofagottistin an zahlreichen Konzerten und CD-Einspielungen mit.
Der Chefdirigent der Bläserphilharmonie Mozarteum
Salzburg, Hansjörg Angerer, wurde 1955 in Rattenberg/
Tirol geboren. Sein Hornstudium absolvierte er in Innsbruck
bei Erich Giuliani und am Mozarteum in Salzburg bei Josef
Mayr und Michael Höltzel. Es folgten Repertoire-Studien bei
Hermann Baumann und Dirigieren bei Edgar Seipenbusch.
Von 1976 bis 1981 war Hansjörg Angerer Hornist im
Innsbrucker Symphonieorchester, anschließend übernahm er
Hornklassen an den Konservatorien Tirol und Vorarlberg. Seit
1988 ist er Universitätsprofessor für Horn an der Universität Mozarteum Salzburg und im
Jahr 2000 erhielt er ebenfalls eine Berufung an die Hochschule für Musik Nürnberg.
Hansjörg Angerer gastierte in verschiedenen Orchestern (u. a. Wiener Philharmoniker
und Camerata Salzburg), ist als Solist und Kammermusiker auf dem Ventilhorn und dem
Naturhorn zu hören und konzertiert mit in- und ausländischen Orchestern und Ensembles.
Zudem wirkte er als Solist und Referent bei den internationalen Hornsymposien in Wien,
München, Detmold und Lahti, beim Internationalen Meisterkurs „March music days“ in
Rousse/Bulgarien sowie bei der Internationalen Sommerakademie Mozarteum Salzburg mit.
Eine Reihe zeitgenössischer Komponisten wie Paul Angerer, Eduard Demetz, Helmut Eder,
Paul Engel, Paul Walter Fürst, Fritz Köll, Ernst Ludwig Leitner, Bernhard Krol, Hermann
Regner, Werner Pirchner und Kurt Schwertsik haben für den Hornisten komponiert.
Hansjörg Angerer hat solistisch auf dem Ventilhorn und auf dem historischen Naturhorn
(u. a. die Weltersteinspielung der Konzerte für Naturhorn und Orchester von J. Punto und
A. Rosetti) sowie mit Hornensemble zahlreiche CDs bei Koch Classic/Schwann eingespielt,
welche international für Furore sorgten. 2006 erschien die sensationelle CD-Einspielung von
Mozarts Hornkonzerten auf dem historischen Naturhorn mit der Hofmusik Salzburg unter
Wolfgang Brunner, diese Einspielung erhielt den „Pasticcio“ Preis von ORF – Ö1.
Weitere CD-Einspielungen als Dirigent mit der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg
finden Sie unter: www.blaeserphilharmonie-mozarteum.at
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BLÄSERPHILHARMONIE MOZARTEUM SALZBURG
SÁNDOR VÉGH KAMMERORCHESTER
Die Konzerte des Orchesters Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg werden vom Publikum
und den Kritikern regelmäßig als Hör- und Klangerlebnisse der besonderen Art gefeiert – nicht
zuletzt dank der von Chefdirigent Hansjörg Angerer entwickelten typischen Charakteristik
und Klangästhetik sowie der Programmgestaltung.
Seit der Gründung 2002 hat das international besetzte Orchester mit ausgewählten
InstrumentalistInnen und AbsolventInnen des Mozarteums – MusikerInnen führender
Symphonieorchester – 23 grandiose CD-Einspielungen vorzuweisen, weltweit begleitet von
euphorischen Pressekritiken. In der Fachzeitschrift CLARINO war zu lesen: „Außergewöhnlich
ist die Qualität des Spiels der Orchestermitglieder und außergewöhnlich die Leitung durch
Hansjörg Angerer.
In verschiedenen Besetzungen – zum Teil unter eingeladenen Gastdirigenten – spielt die
Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg u. a. zeitgenössische Kompositionen genauso wie
Werke aus Barock, Klassik, Romantik sowie traditionsreiche österreichische Musik.
Der Klangkörper, der im Jahre 2010 von seinem künstlerischen Leiter Wolfgang Redik
gegründet wurde, setzt sich aus Musikern des Sándor Végh Institutes für Kammermusik
zusammen und hat sich zur Aufgabe gemacht, neben dem Repertoire für Kammerorchester
einen Schwerpunkt auf Kammermusik-Werke zu setzen. So wurden Werke wie Schuberts
Streichquartett d-Moll, D 810 „Der Tod und das Mädchen“, Beethovens Streichquartett cisMoll, op. 131 oder Schönbergs Streichsextett „Verklärte Nacht“ erarbeitet. Das Ensemble
versucht dabei, sich der Interpretation durch regelmäßige Proben über mehrere Wochen
zu nähern. Der Zugang ist also eher kammermusikalisch und ermöglicht dadurch eine
intensive Beschäftigung mit den relevanten Details der aufzuführenden Werke. Die Idee
des „erweiterten Streichquartetts“, wie sie der Namensgeber Sándor Végh bezeichnete, wird
dadurch am Leben erhalten.
Das Ensemble ist Orchester in residence beim Salzburger Kammermusik Festival und
konzertiert regelmäßig mit namhaften Solisten. Nach Konzerten in Spanien konnte der junge
Klangkörper im Sommer 2013 eine erfolgreiche Konzerttournee in Italien bestreiten.
Ensemble der Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg - Besetzung:
Flöte
Marina Iglesias
Klarinette
Dario Zingales
Fagott
Miriam Kofler
Horn
Hannes Burgstaller
Trompete
Stefan Leitner / Nico Samitz
Posaune
Bernhard Hagspiel
Tuba
Schmid Steffen
Xylophon
Sergey Mikhaylenko
Klavier
Alexey Zuev
16
Sándor Végh Kammerorchester - Besetzung:
1. Violine
Bozena Angelova - Konzertmeisterin
Christiane Amerella / Mana Kobayashi / Maxim Michaluk /
Eszter Nauratyill / Sofia Roldan-Cativa / Shiro Tatsuya
2. Violine
Swantje Asche-Tauscher / Matthew Chin / Pan-Pan Lee /
Alexandra Moser / Marie Teherese Schwöllinger / Angelica Wirth
Viola
Hyein Choi / Janina Ibel / Yunhee Kim / Carl Lee / Victoria Witmer
Violoncello
Marilies Guschlbauer / Malcolm-Killian Kraege / Ofer Canetti
Kontrabass
José Antonio Cortez / Omar Gonzales Almendarez / I Jung Li
17
NEUJAHRSKONZERT 2016
W&
K
WISSENSCHAFT
WIEN – NEW YORK
KUNST
SYMPOSIUM / 30. – 31. OKTOBER / ATELIER IM KUNSTQUARTIER, BERGSTR. 12A, SALZBURG
KONZERT / 30. OKTOBER / 19.30 H / GROSSER SAAL DER STIFTUNG MOZARTEUM
Wiener G‘schichten aus der Neuen Welt
POLEMISCHE ARIEN
BLÄSERPHILHARMONIE MOZARTEUM SALZBURG
Dirigent: Hansjörg Angerer
Pavel Gililov, Klavier
Zykan, Pirchner und Wisser als Akteure
Ak
kte
in Kontroversen
6. Jänner 2016, 11.00 Uhr
Großes Festspielhaus Salzburg
PROGRAMM
Kunstpolemik-Polemikkunst | Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst
statt.
Victor Herbert (1859-1924)
Johann Strauss II (1825-1899)
Johann Strauss II
Carl Michael Ziehrer (1843-1922)
Johann Strauss II
Robert Stolz (1880-1975)
Johann Strauss II
Max Steiner (1888-1971)
Max Steiner
Festival March
Fledermaus Ouvertüre
Eljen A. Magyar op. 332, Polka schnell
„Lieber Bismark, schaukle nicht“, Polka Op. 465
„Nordseebilder“, Walzer Op. 390
„Frühjahrsparade“, Marsch
„New York Herald, Waltz“
Filmmusik zu „Gone with the wind“
King Kong March
Konzeption: Wolfgang Gratzer / Thomas Nußbaumer
Pause
Mit Daniel Ender, Wolfgang Gratzer, Monika Kröpfl, Martin Lichtfuss, Michael Mautner,
Thomas Nußbaumer, Stefan Schmidl, Gunther Schneider, Irene Suchy
Leonard Bernstein (1918-1990)
„Candide“ Ouvertüre
George Gershwin (1898-1937)
„Rhapsody in Blue“
Solist: Pavel Gililov
Cole Porter (1891-1964)
Ouvertüre „Kiss Me, Kate“
Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) Filmmusik zu „The Sea Hawk“
Dieses Konzert findet im Rahmen des Symposions
Polemische Arien.
Zykan, Pirchner und Wisser als Akteure in Kontroversen
Zeit
Fr, 30.10., ab 14.00 Uhr
Sa, 31.10., ab 10.00 Uhr
Ort
Atelier im KunstQuartier, Bergstraße 12
Infos
silvia.amberger@moz.ac.at oder Tel. 0662 8044 2377
Eintritt frei!
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Unter dem Motto „Wien – New York“ stellt das diesjährige Konzertprogramm der Bläserphilharmonie
Mozarteum Salzburg Klassiker der „Alten“ und der „Neuen“ Welt spannungsreich gegenüber.
Komponisten wie Johann Strauss oder Carl Michael Ziehrer gastierten mit riesigem Erfolg in den
USA und hielten ihre Eindrücke in schwungvollen Werken fest, das Wiener Wunderkind Erich
Wolfgang Korngold wurde in Hollywood zum Schöpfer moderner Filmmusik und Robert Stolz
feierte in der New Yorker Emigration etwa mit seinen Musicals große Erfolge. Dem Operettenund Musicalgenre widmete sich auch Leonard Bernstein, US-amerikanischer Komponist mit
starkem Wien-Bezug, und Cole Porters „Kiss me, Kate“ erklang überhaupt als erstes Musical
in Wien. Mit George Gershwins „Rhapsody in blue“ – quasi Inbegriff „amerikanischer“ Musik –
rundet die Bläserphilharmonie gemeinsam mit dem Starpianisten Pavel Gililov schließlich ihren
abwechslungsreichen musikalischen Streifzug ab.
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Department für Musikwissenschaft (Universität Mozarteum Salzburg)
Neuerscheinungen
Alexander Drčar: Strawinsky dirigiert, Freiburg/Br.: Rombach 2015 (klang-reden, Band 13)
Joachim Brügge (Hg.), Zur Interpretation von W.A. Mozarts Kammermusik, Freiburg/Br.:
Rombach 2015 (klang-reden, Band 14)
Wolfgang Gratzer / Otto Neumaier (Hg.): Der Gordische Knoten. Lösungsszenarien in Kunst und
Wissenschaft, München: LIT 2014 (Schnittstellen. Wissenschaft und Kunst im Dialog, Band 3)
Thomas Nußbaumer / Franz Gratl (Hg.): Zur Frühgeschichte des Walzers, Innsbruck:
Universitätsverlag Wagner, 2014 (Schriften zur musikalischen Ethnologie, Band 3).
Thomas Nußbaumer (Hg.): Das Neue in der Volksmusik der Alpen. Von der „Neuen Volksmusik“
und anderen innovativen Entwicklungen, Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 2014
(Schriften zur musikalischen Ethnologie, Band 4).
Impressum
Eigentümer und Herausgeber:
Universität Mozarteum Salzburg
Redaktion und Gestaltung:
Mag. Elisabeth Nutzenberger
Umschlagbild:
Christian Schneider
Druck:
Offset 5020 Druckerei & Verlag Ges.m.b.H.
Redaktionsschluss:
20. Oktober 2015
Änderungen vorbehalten
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