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„Er träumt den unmöglichen Traum,
bekämpft den unschlagbaren Feind …”
38
Okt 15
Nov 15
Robert Meyer als Cervantes
in Der Mann von La Mancha
Hallo Volksoper!
Meine Stadt. Meine Bank.
­
Liebes Publikum!
Inhalt
Mut wird, gerade im Theater, nicht immer belohnt. Manchmal führt uns Mut
auf Wege, die das Publikum nicht mitzugehen bereit ist; und mit dem Mut der
Verzweiflung auf verlorenem Posten zu kämpfen ist eine einsame und traurige
Angelegenheit, die niemandem nützt.
Mut bewies Karl-Michael Ebner, als er den Österreichischen Musiktheaterpreis
erfand, der im vergangenen Juni zum dritten Mal verliehen wurde. Es ist schwer
vorstellbar, dass es in dem musik(theater)verliebten Land Österreich einen
solchen Preis nicht „schon immer“ gegeben hat, umso mehr müssen wir diese
Initiative würdigen. Der „Schikaneder“ (so der heimliche Titel der Veranstaltung
und der offizielle Name der von den Volksopern-Maskenbildnern Sabine Kappitz
und Willi Willisch handgefertigten Statuetten) hat sich im dritten Jahr seines Bestehens zu einem hochkarätigen Ereignis entwickelt, das Oper, Operette, Musical
und Tanz hochleben lässt.
Die Volksoper war bei der Verleihung der Österreichischen Musiktheaterpreise
2015 im Wiener Ronacher nicht nur mit Mara Mastalir und Vincent Schirr​macher im künstlerischen Programm vertreten (sie sangen „Liebe, du Himmel auf
Erden“ bzw. „Nessun‘ dorma“), sondern auch in mehreren Kategorien nominiert:
Beste weibliche Nebenrolle (Martina Mikelić in Albert Herring), Beste männliche
Nebenrolle (Boris Eder in Gräfin Mariza) sowie Beste musikalische Leitung und
Beste Gesamtproduktion.
In diesen beiden zentralen Kategorien fiel die Wahl der Jury auch auf unser
Haus: Der Dirigent Hans Graf gewann den Schikaneder für seine Leitung der
Feuersnot von Richard Strauss; den Preis für die Beste Gesamtproduktion
durfte ich aus den Händen von KS Michael Schade (siehe Foto S. 7) für Stephen
Sondheims Sweeney Todd entgegennehmen und mit dem Dirigenten Joseph R.
Olefirowicz und Regisseur Matthias Davids gehörig feiern.
Wenn sich, wie im Falle dieser aufregenden Musical-Produktion, die Publikumsbegeisterung mit dem Urteil einer prominent besetzten Fachjury deckt, dann
freut es mich als Direktor und Mitwirkenden besonders. Der Volksoper und
ihrem Publikum möge diese Auszeichnung als Ansporn gelten, dass Mut auch in
der Welt des Theaters seinen Lohn finden kann.
Auch Beständigkeit ist preiswürdig: KS Neil Shicoff, der in der Volksoper zuletzt
sein Rollendebüt als Kalaf in Turandot gefeiert hatte, wurde mit dem Goldenen
Schikaneder für das Lebenswerk geehrt. Ihm und allen anderen Preisträgerinnen
und Preisträgern gelten unsere herzlichsten Glückwünsche!
04
Premiere
Der Mann von La Mancha
07
Soiree: Musik gegen Windmühlen
08
Premiere Don Giovanni
11
Fragebogen
Josef Wagner
14
O Fortuna!
Ballettrepertoire Oktober | November
an der Volksoper Wien
15
Heute im Foyer …
16
Kinderworkshops
18
Damals …
Der Eiserne Vorhang der
Volksoper Wien
20
Gastspiel Savonlinna
22
Neu an der Volksoper
Wir gratulieren …
Herzlich,
Ihr
Impressum
Robert Meyer
Direktor
2_3
Volksoper Wien, Saison 2015/16
Direktor: Robert Meyer, künstl. Geschäftsführer
Mag. Christoph Ladstätter, kaufm. Geschäftsführer
Zeitung Ausgabe 38, Oktober/November 2015
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Redaktionsschluss: 24. August 2015
Herausgeber: Förderkreis der Volksoper Wien,
Währinger Straße 78, 1090 Wien;
Medieninhaber: Volksoper Wien,
Währinger Straße 78, 1090 Wien,
Österreichische Post AG / Sponsoring.Post: 12Z039235 S,
Verlagspostamt: 1090 Wien VolksoperOperZeitung
Nr.: 5, 2015/16
Redaktionsleitung: Helene Sommer und
Christoph Wagner-Trenkwitz
Redaktion: Jürgen Bauer, Felix Brachetka, Miriam
Damev, Eva Ehgartner-Ruprecht, Oliver P. Graber,
Eva Koschuh, Nina Moebius, Prisca Olbrich, Gerald
C. Stocker
Gestaltung: Deborah Hürlimann
Hersteller: Druckerei Walla
Bildnachweise: Johannes Ifkovits, iStockphotos,
Werner Kmetitsch/Oper Graz, Barbara Pálffy, Ashley
Taylor, Agenturen, Archiv der Volks­oper Wien
Regisseur Olivier Tambosi, Robert Meyer, Patricia Nessy, Boris Pfeifer
„Wir sind alle in der Gosse, …“
Zur Neuproduktion des Mann von La Mancha
„… aber einige von uns blicken auf die Sterne.“ Überraschung Nr. 1: Dieses Zitat würde wunderbar
in unser Musical passen, stammt aber von Oscar Wilde. „We are all in the gutter, but some of us are
looking at the stars”, so lautet die Originalzeile aus Wildes Gesellschaftskomödie Lady Windermere’s
Fan. Auch der Titelheld des Mann von La Mancha – jener Cervantes, der seinen Mithäftlingen den verwirrten Landjunker Alonso Quijana vorspielt, der sich wiederum für den fahrenden Ritter Don
Quixote hält – landet oft genug im Dreck, verliert aber die Sterne (genauer: seinen „unerreichbaren
Stern“) nie aus den Augen und aus dem Herzen.
Überraschung Nr. 2: Die folgenden Zeilen mögen den
geneigten Leserinnen und Lesern fehl am Platz, nämlich
wie eine verfrühte Vorschau auf die zweite Musical­
premiere der Volksoper in dieser Saison vorkommen –
aber Kismet und Man of La Mancha sind personell eng
verbunden, wie sich gleich herausstellen wird.
Im Dezember 1953 wurde Wrights & Forrests Kismet,
nach Musik von Borodin, am Broadway bejubelt. Regisseur Albert Marre, Choreograph Jack Cole, Richard
Kiley (als Kalif) und die Diva Joan Diener (Marres
Frau in der Rolle der Lalume) standen im Zentrum der
Begeisterung. Ein Dutzend Jahre später versammelte
sich dieses „Wunderteam“ erneut, um eine ganz anders
geartete Show aus der Taufe zu heben. Keine verschwenderisch ausgestattete, reich orchestrierte „musical
arabian night“, sondern ein eher schroffes Stück Theater
im Theater, basierend auf einem der bedeutendsten
Romane aller Zeiten.
Der Welterfolg war keineswegs abzusehen: Eine nahezu
dekorationslose Theateraufführung hinter Gefängnismauern? Ein verwirrter, gegen Windmühlen kämpfender
spanischer Ritter als Musicalheld? Das Wagnis wurde
mit einer Rekordserie von über 2.300 Aufführungen
belohnt. Das war der drittlängste Lauf eines Musicals
in den 1960er Jahren – nur Hello, Dolly! und Fiddler on
the Roof spielten länger. Und bis heute, im 50. Jahr nach
seiner Uraufführung am 22. November 1965 in einem
Off-Broadway-Theater, erfreut sich Der Mann von La
Mancha ungebrochener Beliebtheit.
Mitch Leigh (1928–2014)
Der Mann von
La Mancha
Musical in zwei Akten
Buch von Dale Wasserman, Gesangstexte von Joe Darion
Deutsche Fassung von Robert Gilbert
Vorpremiere am 15. Oktober 2015
Premiere am 17. Oktober 2015
Weitere Vorstellungen am 23. Oktober,
1., 10., 15., 23., 28. November, 6. Dezember 2015
8., 11., 14., 17., 24., 31. März, 5., 12., 14., 17., 19., 22. April 2016
Dirigent: Lorenz C. Aichner
Regie: Olivier Tambosi
Bühnenbild und Kostüme: Friedrich Despalmes
Choreographie: Stephan Brauer
Dramaturgie: Christoph Wagner-Trenkwitz
Don Quixote (Cervantes): Robert Meyer
Sancho (Diener): Boris Pfeifer
Aldonza: Patricia Nessy
Der Gastwirt (Gouverneur): Christian Graf
Der Padre: Mehrzad Montazeri/Christian Drescher
Dr. Carrasco (Herzog): Christian Dolezal
Antonia: Martina Dorak
Der Barbier: Thomas Sigwald
Die Haushälterin: Wolfgang Gratschmaier
Maria, die Frau des Gastwirts: Susanne Litschauer
Gefangene: Rita Sereinig, Lynsey Thurgar; Oliver Liebl,
Thomas Huber, Roman Martin, Christian Schleinzer, Stefan
Bischoff, Jeffrey Treganza, Bernhard Viktorin
Stimme des Hauptmanns: Peter Matić
Gitarrist: Jonathan Bolívar
Ein Stück Weltliteratur feiert Jubiläum
Alles begann mit einem Roman, der heuer ebenfalls ein
Jubiläum feiert. Vor 400 Jahren, im November 1615, hat
Miguel de Cervantes den zweiten Teil seines Don Quixote veröffentlicht.
Über das abenteuerliche Leben des Miguel de Cervantes
y Saavedra, auf das unser Musical einige Schlaglichter
wirft, ist wenig bekannt: Im September 1547 als Sohn
einer verarmten adeligen Familie in Alcalá de Henares
bei Madrid geboren, studierte er Theologie an den Universitäten von Salamanca und Madrid, wurde Kammerdiener eines Kardinals in Rom und anschließend Soldat.
Bei der Schlacht von Lepanto (1571) wurde er schwer
verwundet, später als Sklave nach Algier verschleppt.
Mehrmals saß er im Gefängnis, u. a. wegen angeblicher
Veruntreuung von Staatsgeldern. In der Haft begann
er auch mit der Arbeit an seinem bedeutendsten Werk,
El ingenioso Hidalgo Don Quixote de la Mancha (Der
sinnreiche Junker Don Quixote von La Mancha), dessen
erster Teil 1605 erschien. Das damit verdiente Geld verlor er wieder und starb verarmt und gebrochen am 23.
April 1616 in Madrid, zehn Tage vor seinem großen englischen Zeitgenossen William Shakespeare. Anfang 2015,
ein Jahr vor seinem 400. Todestag, meldeten Forscher,
sie hätten das Grab von Miguel de Cervantes gefunden.
Diese Produktion widmet Ihnen
Zahllose Male, in Opern, Balletten, Liedern und Instrumentalstücken, wurden die Abenteuer des Don Quixote
mit Musik illustriert (die Volksoper lässt einige dieser
Stücke in zwei Konzerten Revue passieren – siehe S. 7).
Die bis heute bedeutendste musiktheatralische Umsetzung bleibt jedoch das Musical aus der Feder von Dale
Wasserman (Buch), Joe Darion (Liedtexte) und Mitch
Leigh (Musik).
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„Es muss eine Art von Musical werden“
Der Schriftsteller Cervantes erwartet im Gefängnis
seine Vorladung zur Inquisition. Um seinen kostbarsten
Besitz, das Manuskript des Don Quixote, vor der Zerstörung durch seine Mithäftlinge zu retten, spielt er ihnen
– und mit ihnen – die Geschichte vor. Die zur Verfügung
stehenden Dekorationen, Kostüme und Requisiten sind
denkbar karg; umso mehr erblüht die Fantasie des
Publikums, wenn Don Quixote alias Alonso Quijana alias Cervantes seinen „unmöglichen Traum“, seinen „Ruf“
und seine hehre Geliebte Dulcinea besingt, die er in der
Küchenmagd und Hure Aldonza entdeckt.
Wasserman erinnerte sich an die mühsamen Vorberei­
t­ungen: „Erfreulich wäre es zu sagen, das Stück, als
es fertig vorlag, hätte sofort bei den Produzenten und
Geldgebern Interesse erregt. Keineswegs. Sie hielten
es für zu radikal, zu ‚speziell‘ und – das Allerniederschmetterndste – für zu ‚intellektuell‘. Der Mann von
La Mancha schwankte eher, als er marschierte, seiner
Produktion entgegen, gestützt einzig und allein durch
die Zähigkeit derer, die den Don-Quixotischen Traum
mit uns teilten.“
Begonnen hat das „Abenteuer“, wie Dale Wasserman
sein Quixote-Projekt nannte, mit einer Fernsehfassung,
die der Autor in ein Sprechstück für den Broadway
umarbeitete. Erst der Regisseur Albert Marre gab die
entscheidende Anregung: „Ihr Stück ist superb, aber es
muss eine Art von Musical werden.“ Noch bevor dieses
vollendet war, legte Wasserman, Sohn bettelarmer russischer Einwanderer, der seine Kinderjahre als Landstreicher verbracht hatte, ein anderes Stück vor, dessen
Zentrum ein Individualist in einer geschlossenen Anstalt bildet: Einer flog über das Kuckucksnest, berühmt
geworden durch die Verfilmung aus dem Jahre 1975.
Doch zurück an den Beginn der 1960er, zur Entstehung
des Mann von La Mancha. Gemeinsam mit Marre, Joe
Darion (der von Popsongs über Opernlibretti bis hin zu
geistlichen Werken alle möglichen Textsorten vorgelegt
hatte) und Mitch Leigh (ein Komponist für Werbespots,
dem nie wieder ein vergleichbarer Musical-Erfolg
gelungen ist), „tappten wir auf unser Ziel zu“, so Wasserman: „Eine Art Theater, das, zumindest innerhalb
unserer eigenen Erfahrungen, keinen Vorgänger hatte.“
Das Grundprinzip allerdings war mehrfach erprobt;
von Show Boat (1927) über Kiss me, Kate (1948) bis
The Producers (2001) waren Broadway-Stücke erfolgreich, die das Entstehen einer „Show“ zum Gegenstand
haben, also Theater auf dem Theater präsentieren. Auch
zahlreiche ältere Werke, von Mozarts Schauspieldirektor bis hin zu Leoncavallos Bajazzo, hatten sich dieses
Kunstgriffes bedient. Doch zu einer so radikalen Form,
mit einem hinter Gefängnismauern mehrfach bedrohten
Hauptdarsteller, der buchstäblich um sein Leben spielt,
hatte bis dahin noch kein Werk gefunden:
„Der Ritter von der traurigen Gestalt“
in Wien
1968 fand die deutschsprachige Erstaufführung in
Robert Gilberts Fassung im Theater an der Wien statt,
Josef Meinrad, Blanche Aubry und Fritz Muliar waren
die ersten Hauptdarsteller. An der Volksoper wurde
Der Mann von la Mancha erstmals 1994 mit Karlheinz
Hackl und Dagmar Koller aufgeführt. Der Sancho der
damaligen Produktion, Robert Meyer, schlüpft nun in
die schäbigen Kleider des „Ritters von der traurigen
Gestalt“, sein treuer Knappe wird von Boris Pfeifer verkörpert, seine Angebetete von Patricia Nessy.
Lorenz C. Aichner übernimmt nach seinen Erfolgen
mit Kiss me, Kate und Der Zauberer von Oz auch die
musikalische Leitung dieser Premiere. Regisseur Olivier
Tambosi, der an unserem Hause bislang so unterschiedliche Werke wie Franz Schrekers Irrelohe und Eduard
Künnekes Der Vetter aus Dingsda inszeniert hat, wendet
sich mit dieser Produktion erstmals einem Musical zu.
Auch Friedrich Despalmes hat bereits mehrfach an der
Volksoper gearbeitet (zuletzt legte er hier die Bühnenbilder zu Die spinnen, die Römer! und Viva la Mamma
vor), während Choreograph Stephan Brauer an unserem
Hause debütiert.
Christoph Wagner-Trenkwitz
Bühnenbildentwürfe von Friedrich Despalmes
zu Der Mann von La Mancha
6_7
Musik gegen Windmühlen
Ein Abend für Don Quixote
Dienstag, 13. Oktober 2015, 19:30 Uhr
Dienstag, 3. November 2015, 19:30 Uhr
Mit: Martina Mikelić, Beate Ritter, Morten Frank Larsen, Andreas Mitschke
Klavier: Eric Machanic
Orchester der Volksoper Wien
Dirigent: Gerrit Prießnitz
Gestaltung und Präsentation: Helene Sommer
Miguel de Cervantes‘ Don Quixote de la
Mancha, grotesker Antiheld und genialer
Verrückter, ist wohl eine der bedeutendsten Figuren der Weltliteratur. Die Abenteuer des hageren Ritters mit seinem
rundlichen Knappen Sancho Panza und
dem abgezehrten Gaul Rosinante sowie
seine unbeirrbare Liebe zu Dulcinea
inspirierten zahlreiche Komponisten zu
musikalischen Bearbeitungen. Rund um
die Premiere des Musicals Der Mann von
La Mancha widmet die Volksoper diese
Soiree dem Ritter von der traurigen Gestalt und präsentiert einen musikalischen
Querschnitt von Georg Philipp Telemann
über Felix Mendelssohn Bartholdy, Gaetano Donizetti, Maurice Ravel, Erich Wolfgang Korngold bis hin zu Jules Massenet.
Österreichischer Musiktheaterpreis 2015
KS Michael Schade überreicht den Schikaneder für die Beste Gesamtproduktion (Sweeney Todd)
an Volksoperndirektor Robert Meyer
„Die große Triebkraft – stark, unvermeidbar“
Zu Achim Freyers Neuinszenierung von Mozarts Don Giovanni
Mozarts Meisterwerk über den „bestraften Wüstling“, der sein ausschweifendes Draufgängertum mit
einer spektakulären Höllenfahrt bezahlt, ist wohl eines der reichsten Werke der Opernliteratur: Komödie und Tragödie, Moritat und Mantel-und-Degen-Stück, ein Sittengemälde seiner Entstehungszeit
und zugleich zeitloses Welttheater …
Josef Wagner
Nach dem sensationellem Erfolg der Hochzeit des
Figaro in Prag im Dezember 1786 bekam Mozart die
Gelegenheit, für die dortige Bondinische Operntruppe
eine neue Oper zu schreiben. Als Vorlage für ihren zweiten gemeinsamen Streich wählten Mozart und Da Ponte
eine Opera buffa von Giuseppe Gazzaniga und Giovanni
Bertati, die im Februar 1787 während des Karnevals in
Venedig uraufgeführt wurde. Der Stoff war bekannt und
beliebt, zur Verwunderung des venezianischen Dramatikers Carlo Goldoni, der naserümpfend feststellte, dass
er „die Menschen in Scharen anlocken und die Wonne
eines gebildeten Volkes“ ausmachen konnte.
Mozart und Da Ponte übernahmen im ersten Akt
weitgehend die Handlungslinie des Bertati-Librettos,
erfanden aber die gesamte Verkleidungsszene, also im
Grunde den zweiten Akt bis zur Friedhofsszene, neu. Die
Uraufführung war ein Riesenerfolg, fünf Monate später
folgte die Erstaufführung in Wien, in einer von Mozart
für die Wiener Sänger bearbeiteten Fassung.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
So viele Fragen
Dirigent: Jac van Steen/Wolfram-Maria Märtig
Regie, Bühnenbild und Kostüme: Achim Freyer
Choreinstudierung: Holger Kristen
Dramaturgie: Helene Sommer
Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Deutsche Übersetzung von Walther Dürr
In italienischer und deutscher Sprache
mit deutschen Übertiteln
Öffentliche Generalprobe am 12. November 2015, 10:30 Uhr
Premiere am Samstag, 14. November 2015
Weitere Vorstellungen am 20., 22., 24., 27. November,
1., 3., 9., 12., 15. Dezember 2015
Werkeinführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der
Vorstellung (Premiere ausgenommen) im Balkon-Foyer
Kaum eine Oper gibt ihren Zuhörern und Interpreten
so viele Rätsel auf wie Don Giovanni: Wer sind diese
Figuren, und was passiert tatsächlich, das den Augen
des Zuschauers nur knapp entgeht?
Wer ist Don Giovanni? Ein Held oder Antiheld? Ein
blutjunger Mann, der in atemloser Unrast Frauen­
geschichten sammelt, oder ein Genießer, der noch voll
im Saft steht, aber ein gehöriges Maß an Lebenserfahrung ausstrahlt? Ein Vertreter der abklingenden
feudalen Gesellschaft, der im angehenden bürgerlichen
Zeitalter keinen Platz mehr hat? Der Schlüssel zur Freiheit, die die anderen Figuren ersehnen? Ein skrupelloser
Verführer, der auch vor Vergewaltigung nicht zurückschreckt? Ein Playboy? Ein Spieler? Ein Junkie?
Wer sind die Frauen, die wir in seinem Dunstkreis antreffen? Was ist zwischen ihnen und Giovanni passiert?
Hat er Donna Anna vergewaltigt, während Leporello
zu Beginn des ersten Akts Wache schiebt? Oder widerspricht diese Annahme dem faszinierenden Frauenschwarm, dessen verführerische Kraft alle geheimen
sexuellen Energien einer Frau erweckt – Unfreiwilligkeit
ausgeschlossen? Oder entspricht diese Deutung wieder­
um einem sehr männlichen Wunschbild? Sind nicht die
Grenzen zwischen Verführung, Nötigung und Vergewaltigung mitunter fließend, noch dazu zwischen einem
mit allen Wassern gewaschenen Verführer und einem
gut behüteten, unerfahrenen Mädchen wie Donna Anna?
Ist die Verbindung von Anna und Ottavio von vorn­
herein eine reine Pflichtgemeinschaft, oder hatten die
beiden eine intakte Liebesbeziehung, bevor Giovanni
zu Beginn der Oper in das gemeinsame Leben der
beiden eingebrochen ist? Ist Ottavio nur eine harmlose
Witz­figur, deren Tatendrang über bloße Absichtsbekundungen nie hinausgeht, oder ein Mann, der seiner Frau
Don Giovanni: Josef Wagner/Daniel Ochoa
Donna Anna: Kristiane Kaiser/Melba Ramos
Don Ottavio: Jörg Schneider/JunHo You
Komtur: Peter Wimberger/Andreas Mitschke
Donna Elvira: Caroline Melzer/Esther Lee
Leporello: Mischa Schelomianski/Yasushi Hirano
Masetto: Ben Connor/Daniel Ohlenschläger
Zerlina: Anita Götz/Mara Mastalir
in aller Aufrichtigkeit verspricht, sich um ihre Ruhe und
Sicherheit zu bemühen und ihren Seelenfrieden wiederherzustellen?
Wer ist Elvira? Eine besessene Ex-Geliebte oder eine
starke, liebende Frau? Die Ehefrau Don Giovannis,
oder nur eine von Unzähligen, denen Giovanni die Ehe
versprochen hat, um sie ins Bett zu kriegen? Dies ist immerhin ein Mittel, das er bei Zerlina fast erfolgreich und
völlig bedenkenlos anwendet. Und in Elviras langem
Rezitativ, in dem sie Giovanni all seine Untaten vorhält,
ist „nur“ von einem Eheversprechen die Rede, aber es
bleibt doppeldeutig, ob die drei gemeinsamen Tage in
Burgos nun vor oder nach der Eheschließung stattgefunden haben.
Und das Bauernmädchen Zerlina? Ist sie eine hemmungslose Opportunistin, die bei der geringsten Aussicht auf gesellschaftlichen Aufstieg ihren Bräutigam
eiskalt abserviert, um ihn gleich wieder um den Finger
zu wickeln, als sich diese Aussichten zerschlagen? Oder,
wie Theodor W. Adorno sie sieht, ein Naturwesen voll
8_9
Verführers, eine laute und freudige Einladung zum
Fest, an dessen Ende dem Register zehn weitere Namen
hinzugefügt werden sollen. Abgesehen davon bringt
Giovanni im zweiten Akt der Zofe Elviras ein Ständchen
dar und hat eine Arie zu singen, mit der er, in Leporellos
Kleidern, seine Verfolger in alle Himmelsrichtungen
verschickt. Das kurze Solo-Stück ist also ausschließlich
der Handlung untergeordnet und daher als Arie kaum
wahrnehmbar. Im Übrigen erleben wir Giovanni nur in
der Interaktion mit den anderen.
Das Prinzip Giovanni
Anmut und Lieblichkeit, im Niemandsland zwischen
Rokoko und Bürgerlichkeit? Ihr Masetto: ein Revolutionär oder, um wiederum mit Adorno zu sprechen,
derjenige, „der allen Tölpeln und Ungeschickten den
Namen lieh“?
Bleibt nur noch Leporello, Giovannis Diener, Protokollant und Spießgeselle – ist er ein Feigling, angepasst
bis zur Selbstverleugnung, oder sein bester Freund und
Seelenverwandter?
Wir dürfen gespannt sein, welche Sichtweise der große
Theatermagier Achim Freyer für seine Neukonzeption
finden wird. Erstmals seit Rossinis La Cenerentola im
Jahr 1997 kehrt er an die Volksoper zurück. Freyer feierte zuletzt mit der Umsetzung von Salvatore Sciarrinos
Die tödliche Blume (Luci mie traditrici) im Mai dieses
Jahres bei den Wiener Festwochen einen großen Erfolg.
An der Volksoper konzipiert er Mozarts Don Giovanni
völlig neu – nach seiner Inszenierung für das Teatro La
Fenice in Venedig 1996 und einer weiteren Umsetzung
1998, die als Koproduktion für die Schwetzinger Festspiele, Straßburg, Lissabon und Montpellier entstand.
So viel sei verraten: Achim Freyer sieht Don Giovanni
als Archetypen, „ein freier Mensch, vielleicht ist er nur
eine Idee“. Er ist „die Natur in uns, die große Triebkraft,
stark, unvermeidbar“. Diese Kraft bringe Bewegung und
Licht in unser Leben. Giovanni steht außerhalb der gesellschaftlichen Regeln, aber die Gesellschaft verdammt
ihn, das Prinzip Giovanni. Eine „scharfe Wahrheit und
verführerische Schönheit“ muss die Aufführung haben,
so Freyer über sein neues Regiekonzept.
Die musikalische Leitung übernimmt der nieder­
ländische Dirigent Jac van Steen. Der ehemalige
Generalmusikdirektor des Nationaltheaters Weimar,
später Chefdirigent des Musikkollegiums Winterthur
und GMD in Dortmund, arbeitete in den vergangenen
Jahren zunehmend in Großbritannien. An der Volksoper
debütierte er 2013 mit Wagners RING an einem Abend
und kehrt nun für die Neuproduktion Don Giovanni an
unser Haus zurück.
Was ist richtig?
Helene Sommer
Achim Freyer bei der Bauprobe zu Don Giovanni
im Dezember 2014
Jede dieser (und viele weitere mögliche) Sichtweisen –
das scheint das Verflixte an dieser Oper zu sein – hat
ihre Berechtigung. Die Figuren entziehen sich einem
eindeutigen Zugriff oder lassen, umgekehrt, besonders
viele, teils widersprüchliche Deutungen zu. Wieso das
so ist, ließe sich etwa dadurch erklären, dass die Personen ausschließlich durch Giovanni definiert werden,
durch seine Taten oder Unterlassungen. Sie kreisen wie
Satelliten um ihn, darüber hinaus erfahren wir nichts
über sie. Und der Titelheld selbst bekommt kaum die
Gelegenheit sein Seelenleben auszubreiten, sieht man
einmal von der „Champagnerarie“ ab: das Credo des
Eine andere Sicht auf den unsterblichen
Verführer erleben Sie an den Ballett­abenden
Mozart à 2 | Don Juan (siehe S. 14)
10_11
Josef Wagner
Der österreichische Bassbariton
studierte an der Universität für Musik
und darstellende Kunst in Wien bei
Kurt Equiluz und Robert Holl. Von 2002
bis 2005 war er Ensemblemitglied der
Volksoper Wien, wo er u. a. als Publio
(La clemenza di Tito), Masetto (Don
Giovanni), Alidoro (La Cenerentola), Philebos (Der König Kandaules) und Colline
(La Bohème) zu hören war. Parallel dazu
gastierte er am Salzburger Landestheater, am Stadttheater Klagenfurt beim
Festival „Mozart in Reinsberg“ und am
Stadttheater Bern. Im Sommer 2006 debütierte der junge Künstler bei den Salzburger Festspielen als Don Cassandro (La
finta semplice). In weiterer Folge trat er u.
a. mit dem Concerto Köln als Herkules (Alceste von Anton Schweitzer), an der Israeli
Opera als Lord Sidney (Il viaggio a Reims)
und an der Opéra de Nantes als Nick
Shadow (The Rake’s Progress) auf. Weitere
Engagements führten den Sänger u. a. an
die Vlaamse Opera Antwerpen/Gent (Fra
Melitone in La forza del destino, Assur in
Semiramide), an die Deutsche Oper Berlin
(Le Vaisseau Fantôme), die Calgary Opera
und die Canadian Opera Toronto (jeweils
Figaro in Le nozze di Figaro), zum Festival
d’Aix-en-Provence (Papageno), nach Stockholm (Jochanaan in Salome an der Seite von
Nina Stemme) und Marseille (Leporello).
An der Volksoper war er zuletzt in der
Premiere von Così fan tutte als Guglielmo
zu erleben. Im November 2015 singt er die
Titelpartie in der Neuproduktion von Don
Giovanni.
Josef Wagner als Guglielmo in Così fan tutte mit
Dshamilja Kaiser (Dorabella), Caroline Wenborne
(Fiordiligi), Rebecca Nelsen (Despina)
Boris Pfeifer, Daniel Prohaska, Kurt Schreibmayer, Komparserie
Pariser Leben
Operette von Jacques Offenbach
Dirigent: Sébastien Rouland | Regie: Michiel Dijkema
Vorstellungen am 7., 11. Oktober 2015
László Benedek, Martin Winter; Wiener Staatsballett/Ashley Taylor
O FORTUNA!
Ballettrepertoire Oktober | November an der Volksoper Wien
Fortuna Imperatrix Mundi – Die Glücksgöttin als Herrscherin der Welt – so hebt Carl Orffs populäres Werk
an, um damit dem Ballettrepertoire der Monate Oktober
und November an der Volksoper Wien ein Motto zu
verleihen.
Bei Mozart à 2 | Don Juan steht einer der legendärsten
„Glücksritter“ auf der Bühne: Selbst im Angesicht des
toten Komturs setzt Don Juan alles auf eine Karte, ein
Spieler, der nicht weiß, wann er aufhören muss. In der
fulminanten Choreographie von Thierry Malandain
durchlebt der Held alle Höhen und Tiefen, stürzt sich
von einer überschäumenden Aktion und Emotion in die
nächste. Verhaltener dagegen die berührenden Begegnungen der Paare in Mozart à 2: Beziehungen und deren
Gelingen stehen am Prüfstand, begleitet von fünf Mittelsätzen aus Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzerten. Innig und leise, doch liegt nicht gerade in den
stillen Momenten des Lebens oft das höchste Glück?
Selbiges war auch der Produktion Carmina Burana |
Nachmittag eines Fauns | Bolero hold: Ausgezeichnet
mit dem Goldenen Schikaneder wurde der große Wurf
von Vesna Orlic zu einer der erfolgreichsten und beliebtesten Ballettproduktionen Wiens der letzten Jahre.
Insgesamt fünfmal ist das an Lebensfreude überschäumende Werk an der Volksoper Wien in dieser Saison
noch zu erleben.
Mozart à 2 | Don Juan
(Choreographie: Thierry Malandain)
27. Oktober, 2., 25. November 2015
Carmina Burana | Nachmittag eines Fauns | Bolero
(Choreographie: Vesna Orlic | Boris Nebyla | András
Lukács)
22., 30. Oktober, 7., 13., 18. November 2015
Heute
im Foyer …
Montag, 5. Oktober 2015, 19:30 Uhr
Mittwoch, 11. November 2015, 17:00 Uhr
Duo Bettina Gradinger und Roland
Lindenthal
Nochmal Schwan gehabt
Werke für Violine und Violoncello von Maurice Ravel,
Bohuslav Martinů und Wolfgang Amadeus Mozart.
Dienstag, 20. Oktober 2015, 19:30 Uhr
Streichquartett der Volksoper Wien
Oliver Pastor, Regine Koch (Violine), Roman Trimmel
(Viola), Benedikt Endelweber (Violoncello) spielen
Werke von Joseph Haydn, Felix Mendelssohn
Bartholdy und Franz Schubert.
Mittwoch, 21. Oktober 2015, 19:30 Uhr
Zwischen den Genres
Helmut Hödl (Klarinette) und Florian Klinger
(Vibraphon, Electronics) spielen Werke von Claude
Debussy und Johann Sebastian Bach in eigenen
Arrangements für diese reizvolle Instrumentierung.
Christoph Wagner-Trenkwitz hat nach Schon geht
der nächste Schwan und Schwan drüber ein weiteres Mal seinen weißgefiederten Anekdotentransporter gesattelt. Pünktlich zum Faschingsbeginn
präsentiert der Autor einige Tiefpunkte aus seinem
neuen Buch.
Dienstag, 17. und Montag, 30. November 2015,
19:30 Uhr
Oh, Donna Clara!
Fritz Löhner-Bedas Schaffen reichte von Schlagern
wie „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans“ und
„Ausgerechnet Bananen“ bis zu Meisterlibretti für
Franz Lehár und Paul Abraham.
Cornelia Horak, Boris Eder, Christoph WagnerTrenkwitz und Alexander Kuchinka präsentieren
wieder ihr unterhaltsames musikalisches Programm.
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Raus aus der S
chule,
rein in die O
per!
Die Wiener Städtische unterstützt das Schulprojekt der Volksoper Wien
Jedes Jahr haben Wiener Schülerinnen und Schüler die
Möglichkeit, in einem Schulprojekt der Dramaturgie den
Entstehungsprozess einer Neuproduktion vom ersten
Bühnenbildentwurf bis zur Premiere zu begleiten und
hautnah mitzuerleben. Den Kindern und Jugendlichen
werden dadurch außergewöhnliche Einblicke ins
Musiktheater und Theatererlebnisse geboten, die sie
nicht so schnell vergessen. In dieser Saison steht die
Operette Der Bettelstudent von Carl Millöcker (Premie­
re am 30. April 2016) im Mittelpunkt. Das Projekt soll
vor allem Schülerinnen und Schüler aus Neuen Mittelschulen (5./6. Schulstufe) ansprechen. Ab der Spielzeit 2015/16 unterstützt die Wiener Städtische dieses
Schulprojekt.
n
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c
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Der Zauberer von Oz
am 21. November 2015
Anmeldung am 1. und 2. Oktober 2015
auf www.volksoper.at
Adventsingen
am 2. Dezember 2015
Anmeldung am 1. und 2. November 2015
auf www.volksoper.at
Mit erfrischender
Unterstützung von
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Adrian und Johanna machen es sich bequem
In der Volksoper sitzen auch die Kleinsten gut
Gemeinsam mit den ÖBB bietet die Volksoper ab der
Saison 2015/16 Sitzkissen für die Allerkleinsten an.
Eigens angefertigte Kissen liegen beim Publikumsdienst an den Garderoben bereit und können gratis
ausgeborgt werden. Alle Kinder sitzen nun komfor-
tabel wie in der First Class der ÖBB und haben freie
Sicht auf die Bühne der Volksoper.
Der Eiserne Vorhang der Volksoper Wien
Als Besucher der Volksoper sehen Sie ihn vor Beginn
einer Vorstellung und nach Ende des Schluss­applauses:
den Eisernen Vorhang. Bei einzelnen Soireen und Sonderveranstaltungen bildet er sogar den ganzen Abend lang
den Hintergrund. Immer wieder erreichen uns Fragen
unserer Zuschauerinnen und Zuschauer, was das reich
mit Ornamenten und Symbolen versehene Bild eigentlich
darstellt.
Vorab: Bespannt ist der „Eiserne“ mit dem originalen
Dekorationsvorhang aus dem Jahr 1898, als das damalige Kaiserjubiläums-Stadttheater zum 50. Regierungs­
jubiläum von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt der Vorhang lange Zeit
als verschollen, bis er Mitte der 90er Jahre, eingerollt
auf dem Dachboden des Theaters an der Wien, wiedergefunden wurde. Mit Hilfe von Sponsoren gelang es in der
Direktion von Klaus Bachler, den Vorhang zu restaurieren
und ihn pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum der Volksoper
1998 auf die Brandschutzunterlage aufzuziehen.
Gemalt wurde der Vorhang von Karl Schüller (gest. 1901)
und dem Theaterdekorationsmaler Georg Janny (1864–
1935). Georg Janny entwarf später etwa für die Wiener
Hofoper das ausladende Bühnenbild zu Karl Goldmarks
Die Königin von Saba.
Auf dem Vorhang zu sehen ist eine Allegorie, ein Genre,
das sich in der Epoche des Historismus großer Beliebtheit erfreute. Dargestellt wird,
wie dem „einfachen Volk“ Augen
und Ohren für die Kunst geöffnet werden sollen. Das Bild wird
umrahmt von zwei Säulen mit den
Jahreszahlen 1848 (links) und 1898
(rechts), die auf das 50-jährige
Regierungsjubiläum des Kaisers
hinweisen. Am oberen Bildrand
symbolisiert eine Kette von 50
Rosen, die von Amoretten gehalten
wird, ebenfalls dieses Jubiläum.
Die Dame im Zentrum mit blumenbekränzten Haaren und dem
Wiener Stadtwappen ist die allegorische Figur der Vindobona (ein
Hinweis auf das damalige Besitz-
recht der Stadt Wien am Kaiserjubiläums-Stadttheater).
Auf der rechten Seite befindet sich ein Handwerker, dem
zwei Amoretten einen Hammer abnehmen, während ihm
ein von oben herabschwebender Genius die Augenbinde
löst, damit er offen sei für die schönen Künste. Auf einem
Podest im Zentrum der Ansicht befindet sich ein Zug von
Personen: an der Spitze, auf einem geflügelten Schimmel,
die Dichtkunst, zur Rechten geleitet von einem Germanen, zur Linken von einer germanischen Jungfrau. Es
reihen sich Unschuld, Sanftmut, Freundschaft, Mildtätigkeit, Mut und Gerechtigkeit an. Links über den Tugenden
schwebt ein kosendes Pärchen als Symbol der Liebe.
Rechts auf den Stufen ruhen zwei Figuren, die das Trauerspiel und das Lustspiel versinnbildlichen. Hinter der
Terrasse wird der Blick auf die eingemeindete Vorstadt
Währing freigegeben. Links im Vordergrund sind die
bösen Eigenschaften des Menschen – Eitelkeit, Feigheit,
Zorn und Stolz – in Dunkel gehalten.
Das Kaiserjubiläums-Stadttheater wurde 1898 von einer
Bürgerinitiative zur Pflege des deutschen Sprechtheaters
gegründet. Diese Spielplanpolitik hatte jedoch keinen
Erfolg, und Direktor Rainer Simons gestaltete das Haus
ab 1903 zu einem Musiktheater um. Ab September 1906
standen ausschließlich Opern und Operetten auf dem
Programm des Hauses.
Felix Brachetka
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Kultur braucht Förderer
Wir freuen uns, auf dieser Seite Förderer der Volksoper vorstellen zu können und zu erfahren,
was sie an der Volksoper besonders schätzen.
Drs. Charles und Margo Fabrie,
Familienförderer
„Seit jetzt mehr als drei Jahren kommen wir aus den
Niederlanden regelmäßig nach Wien, wo wir uns richtig
zu Hause fühlen, und besuchen dann immer mehrmals die
Volksoper. Als Förderer bekommt man durch die vielen extra
Aktivitäten einen überraschend anderen Einblick und auch eine
besondere Bindung an die Volksoper.“
Nuria Vallaster,
Junge Förderin
„Als langjährige zufriedene Volksopern-Besucherin freue ich
mich, als Förderin selbst einen kleinen Beitrag zur Arbeit des
Hauses leisten zu können. Die Teilnahme an den vielfältigen
Aktivitäten des Förderkreises macht es mir zusätzlich auch
möglich, mehr über die Hintergründe der Stücke im Repertoire
zu lernen.“
Oktober und November für unsere Förderer
Das Volksopernviertel – Spaziergang durch die Volksoper und das angrenzende Viertel
mit Vizedirektor Dr. Rainer Schubert
am 10. Oktober 2015, 15:30 Uhr
Künstler-Gesprächsrunde anlässlich der bevorstehenden Premiere Don Giovanni
am Samstag, 31. Oktober 2015, 14:00-16:00 Uhr
mit der Dramaturgin Helene Sommer und Sängerinnen und Sängern der Produktion
Führung durch die Bühnenbildwerkstätten der Bundestheater mit Herbert Kienast
am 19. November 2015, 14:00 Uhr
Wir laden auch Sie ein, die Arbeit der Volksoper Wien zu unterstützen und freuen uns,
Sie im Kreis unserer Förderer willkommen zu heißen.
Förderkreis der Volksoper Wien
Währinger Straße 78 | 1090 Wien
Tel.: +43/1/514 44-3670 | Fax: +43/1/514 44-3669
E-Mail: [email protected] | www.volksoper.at
„Die lustige Witwe eroberte
die Herzen“
Vom 29. Juni bis 9. Juli 2015 gastierte die Volksoper beim Savonlinna Opernfestival – zur Freude von
Publikum und Kritik.
Ein unschlagbares Team: Bei der letzten Vorstellung versammelten sich alle Gastspielteilnehmer zu einem Gruppenfoto auf der Bühne
„Es ist leicht, wenn man es kann, und die Wiener
Volks­oper beherrscht die Operette. Die lustige Witwe
eröffnete am Freitag die Savonlinna Opernfestspiele mit
berauschendem Esprit. Das Publikum atmete, klatschte
und lachte mit den Wienern während der zweieinhalbstündigen Aufführung“, jubelte die Finnische Presse­
agentur in der Premierenkritik. „Jede Geste, Miene,
Tanzbewegung und Replik sind natürlich leicht, aber
auch gleichzeitig genau abgestimmt.“ Und tatsächlich
dankte das Publikum dem Volksopernensemble bei
allen sechs Vorstellungen mit tosendem Applaus, BravoRufen und Füße-Trampeln. Ihren Hang zur Romantik
bewiesen die Finnen damit, dass sie in jeder Vorstellung
so lange applaudierten, bis Hanna (Ursula Pfitzner/
Caroline Melzer) und Danilo (Mathias Hausmann/
Marco Di Sapia) das Duett „Lippen schweigen“ wiederholten. Auch für das Vilja-Lied wurden mehrmals Da
Capi eingefordert, und Vincent Schirrmacher erhielt
als Rosillon für seine Arie „Wie eine Rosenknospe“ so
viel Zwischenapplaus, wie man es sonst nur von Arien
wie „Nessun‘ dorma“ kennt. Die Kritiker würdigten das
Orchester unter dem Dirigenten Alfred Eschwé: „Das
größte musikalische Geschenk der Volksoper Wien ist
das Orchester. Was für ein warmer Klang, wie elegant und gefühlvoll, weich. […] Kapellmeister Eschwé
beherrscht genau die richtigen Tempi, Ritardandi und
Akzente.“ (Itä-Savo) Robert Meyer war in Savonlinna der
Publikumsliebling und wurde auch von der Kritik als
„glänzender Njegus“ hervorgehoben (Keskisuomalainen), „ein begnadeter Komiker und Spaßvogel, der das
Publikum bezauberte“ (Itä-Savo).
Das Festival, welches seit 1967 das jährliche Highlight
in Savonlinna darstellt, ist einer der bedeutendsten
Wirtschaftsfaktoren und prägt das Leben der Stadt.
Künstlerischer Leiter der renommierten Festspiele ist
seit 2013 der finnische Tenor Jorma Silvasti, den das
Volksopernpublikum noch als Don Ottavio in der Don
Giovanni-Inszenierung aus dem Jahr 1988 kennt. Viele
Oben: Erinnerungsfoto im schönsten Pausenfoyer der Welt
(Johannes Harrer, Nora Drimba, Martin Dablander, Midori
Dablander, Thomas Plüddemann)
Unten: Oliver Liebl, Michael Havlicek, Karl-Michael Ebner
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Kaufmännischer Geschäftsführer Mag. Christoph Ladstätter, Tourneeleiterin Karin Sonntag, Volksoperndirektor Robert Meyer, Spielleiterin
Karin Schynol-Korbay und Vizedirektor Rainer Schubert in einer Vorstellungspause am Seeufer
lokale Vereine unterstützen die Festspiele mit freiwilliger Mitarbeit. Als Angebot an all jene, die sich die teuren
Festspielkarten (50 bis 280 Euro) nicht leisten können,
finden vormittags in einem Café Künstlergespräche
statt. Täglich kommen ca. 300 kulturinteressierte
Zuseher zu diesen Matineen, bei denen während der
Gastspielzeit auch die Volksopernsolisten auftraten.
Erstmals startete das Festival in der besterhaltenen
mittelalterlichen Festung Nordeuropas, in der 2264 Zuschauer Platz finden, nicht mit einer Eigenproduktion.
Dieses Jahr fiel der Volksoper die Ehre zu, die Eröffnungspremiere zu spielen – ein Debüt in mehrfacher
Hinsicht, denn erstmals wurde in Savonlinna Operette
gespielt und zum ersten Mal gastierte dort ein österreichisches Opernhaus. Die Bühne von Olavinlinna ist fast
dreimal so breit und nur halb so tief wie die Volks­opernbühne, weshalb das Originalbühnenbild nicht
mitgenommen werden konnte. Die atemberaubende
Kulisse wurde mit einem Paris-Panorama und einigen praktikablen Requisiten ausgestattet. Eva-Maria
Schwenkel entwarf einen Pavillon für den zweiten
Akt und Wolfgang Könnyü zauberte im überdachten
Burghof ein stimmungsvolles Licht. Robert Meyer nahm
gemeinsam mit Spielleiterin Karin Schynol-Korbay die
szenische Einrichtung vor, um die Volksoperninszenierung an die geänderte Bühnensituation anzupassen.
Zwei Wochen vor der Abreise begannen in Wien intensive Proben. Perfekt vorbereitet traf das Ensemble in
Savonlinna ein, nach zwei anstrengenden Probentagen
ging die Premiere über die Bühne.
Natürlich stellte die mittelalterliche Burg eine besondere Herausforderung dar. Die Garderoben waren in
Zelten und ehemaligen Verliesen untergebracht und
die Wege hinter der Bühne durchaus abenteuerlich.
Die technische Abteilung sowie Kostüm und Maske
waren besonders gefordert, da das Bühnenbild und die
Garderoben wegen Proben für andere Produktionen
jeden Abend nach der Vorstellung weggeräumt und am
nächsten Tag wieder aufgebaut werden mussten. Dafür
verbrachte man die Vorstellungspause im wohl schönsten Foyer der Welt, hinter der Burg direkt am See. Alle
Ensemblemitglieder genossen die atemberaubende Natur der ostfinnischen Seenplatte, waren fasziniert von
den weißen Nächten, in denen es niemals dunkel wird,
machten Ausflüge, gingen laufen, Rad fahren, baden
oder fischen und freuten sich über den überwältigenden
Vorstellungserfolg. Von Anfang an entwickelte sich
unter allen Tourneeteilnehmern ein großer Gemeinsinn
und Teamgeist und das sichere Gefühl, an einem außergewöhnlichen Gastspiel teilgenommen zu haben.
Eva Koschuh
Die traumhafte Kulisse von Olavinlinna fotografiert von unserem Dirigenten Alfred Eschwé
Neu an der Volksoper
Szabolcs Brickner
Juliette Khalil
Der ungarische Tenor studierte Gesang und Klarinette
an der Franz-Liszt-Akademie
in Budapest und setzte seine
Ausbildung an der Hochschule
für Musik in Augsburg fort.
2008 erhielt er den Ersten Preis
beim renommierten belgischen
Musikwettbewerb „Queen
Elisabeth Competition“. An
der Staatsoper Budapest trat er u. a. als Tamino in Die
Zauberflöte, Nemorino in L’elisir d’amore, Alfredo in La
Traviata und Alfred in Die Fledermaus auf. 2011 gas­
tierte er an der Opéra National du Rhin in Strasbourg
als Belmonte in Die Entführung aus dem Serail. Am
Deutschen Nationaltheater Weimar war er in der Saison
2011/12 u. a. als Hirt und Seemann in Tristan und
Isolde, Baron Kronthal in Der Wildschütz und Oronte
in Händels Alcina zu hören. In den darauffolgenden
Saisonen war Szabolcs Brickner am Nationaltheater
Mannheim u. a. als Werther in Massenets gleichnamiger
Oper, Prinz in Prokofjews Die Liebe zu den drei Orangen und Cassio in Otello zu erleben. Als Don Ottavio in
Don Giovanni gastierte er im vorigen Jahr an der Opéra
de Toulon. An der Volksoper Wien debütierte Szabolcs
Brickner bereits am 24. Mai 2015 als Alfredo in La Tra­
viata. Seit September 2015 ist er Ensemblemitglied der
Volksoper und wird neben Alfredo auch Rosillon in Die
lustige Witwe, Alfred in Die Fledermaus, Edwin in Die
Csárdásfürstin und Tamino in Die Zauberflöte singen.
Die in Wien geborene
Sopranistin begann
schon im Kindesalter
zu singen. Von 2001 bis
2007 war sie Mitglied
des Kinderchores der
Wiener Staatsoper
und erhielt hier ihre
stimmliche Grundausbildung. 2004 sang sie
an der Wiener Kammeroper den Cupido in John Blows
Barockoper Venus und Adonis. 2011 begann Juliette
Khalil am Konservatorium der Stadt Wien ihr Studium
im Fach Sologesang und wechselte 2013 in den Studiengang Musikalisches Unterhaltungstheater. 2014 gewann
sie den Ersten Preis beim Walter-Jurmann-Gesangswettbewerb. Im Kurtheater Bad Ems wirkte Juliette
Khalil in der Jacques-Offenbach-Collage Mardi Gras
(Faschingsdienstag) mit und sang die Gretel in Hänsel
und Gretel. In dieser Rolle ist sie auch in der Krypta der
Peterskirche in Wien aufgetreten. Beim Operettensommer Kufstein 2015 war sie als Klärchen in der Operette
Im weißen Rössl zu erleben. Juliette Khalil ist ab der
Saison 2015/16 an der Volksoper Wien engagiert. Nach
ihrem Hausdebüt am 6. September 2015 als Klärchen
wird sie u. a. als Dorothy in Der Zauberer von Oz, Taumännchen in Hänsel und Gretel, Liesel in The Sound
of Music, Papagena in Die Zauberflöte und Chava in
Anatevka zu erleben sein.
In memoriam
KS Christiane Sorell
Christiane Sorell, Ehrenmitglied
der Volksoper Wien, ist am 30. Mai
2015 im 85. Lebensjahr in Wien
verstorben. Geboren wurde sie am
13. Jänner 1931 in Wien. Nach einer
Karriere als Geigerin absolvierte sie
ein Gesangsstudium an der Akademie für Musik und darstellende
Kunst in Wien. Unmittelbar darauf,
1955, wurde sie von Direktor Franz Salmhofer an die
Volksoper engagiert und blieb dem Haus bis zu ihrer
Pensionierung im Jahr 1988 verbunden. 1963 sang sie
die Amelia in der Österreichischen Erstaufführung
von Verdis Die Räuber, 1969 die Margarethe in der
szenischen Wiener Erstaufführung von Berlioz‘ Fausts
Verdammung und 1970 die Marei in der Uraufführung
von Franz Salmhofers Dreikönig. Weitere Partien waren
u. a. Gilda in Rigoletto, Gemmy in Rossinis Wilhelm
Tell, Pamina in Die Zauberflöte, Antonia in Hoffmanns
Erzählungen, Agathe in Der Freischütz (Foto), Martha
in Tiefland, Martha in Der Evangelimann, Lisa in Pique
Dame sowie die Titelrollen in Madama Butterfly und
Rusalka. In der Robert-Stolz-Operette Die Frühjahrs­
parade sang sie die Partie der Hansi Gruber. Nach
einem Fachwechsel war die Künstlerin u. a. als Königin
in Schwanda, der Dudelsackpfeifer und als Mutter in
Hänsel und Gretel zu erleben. 1966 wurde Christiane
Sorell der Titel Kammersängerin verliehen; 1989 wurde
sie zum Ehrenmitglied der Volksoper ernannt.
Wir gratulieren herzlich …
Prof. Herbert Prikopa
Internationale Auftritte als Sänger, Schauspieler und Dirigent sowie eine vielseitige Tätigkeit für Fernsehen und
Hörfunk rundeten Herbert Prikopas Schaffen ab. 1986
erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die
Republik Österreich. Seit 1987 ist er Ehrenmitglied der
Volksoper Wien und wurde 2005 zum Professor ernannt.
zum 80. Geburtstag
Herbert Prikopa wurde am
30. November 1935 in Wien
geboren. Nach einem Studium
in Harmonielehre, Komposition und Dirigieren trat der
Künstler 1955 ein Engagement
als Korrepetitor an der Volks­
oper an. Daneben stellte er als
Sänger der Wiener Kammer­
oper, Schauspieler am Theater in der Josefstadt und als
Kabarettist in Gerhard Bronners „Brettl vorm Klavier“
seine vielfältigen Talente unter Beweis. Ab 1957 war er
an der Volksoper als Solosänger tätig und spielte hier
mehr als 90 Hauptrollen in rund 3.500 Aufführungen.
Wichtige Partien waren u. a. die Knusperhexe in Hänsel
und Gretel, Napoleon in Kodálys Háry Janos, Jack
O’Brien in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny,
Ollendorf in Der Bettelstudent, Zsupán in Der Zigeunerbaron, Pappacoda in Eine Nacht in Venedig, Kagler
und Fürst Ypsheim in Wiener Blut, Lambertuccio in
Boccaccio, Bobinet in Pariser Leben, Basil in Der Graf
von Luxemburg, Feri Bácsi in Die Csárdásfürstin (Foto),
Fürst Populescu in Gräfin Mariza, Doolittle in My Fair
Lady, Maxl Green in der Österreichischen Erstaufführung von Show Boat, Mr. Snow in der Deutschsprachigen Erstaufführung von Karussell und Sullivan in
der Uraufführung von Lida Winiewicz‘ Revue Gilbert &
Sullivan. Zusätzlich übernahm der Künstler die musikalische Leitung von Boccaccio, Die Fledermaus, Pariser
Leben, Die lustige Witwe und Der Barbier von Sevilla.
KS Nicolai Gedda zum 90. Geburtstag
Nicolai Gedda wurde am 11. Juli 1925 in Stockholm
geboren. Der international gefragte Operntenor und
Konzertsänger widmete sich auch der Operette, wie auf
zahlreichen Platteneinspielungen eindrucksvoll belegt
ist. An der Volksoper debütierte Nicolai Gedda am 10.
April 1965 als Sou-Chong in Das Land des Lächelns.
In dieser Partie trat er bis zum Jahr 1989 insgesamt
15-mal am Haus auf. In der Spielzeit 1989/90 sang er
sechsmal in Hoffmanns Erzählungen. Am 8. September
1996 trat KS Nicolai Gedda in der Eröffnungsgala der
Direktion Klaus Bachler, „Tausendundeine Nacht“, auf.
Zuletzt wirkte der Künstler am 12. Dezember 1998 als
Gast im zweiten Akt der Fledermaus-Festvorstellung
zum 100-jährigen Bestehen der Volksoper Wien mit.
KS Josef Hopferwieser
der Künstler u. a. als Hoffmann in Hoffmanns Erzählungen, Bárinkay in Der Zigeunerbaron und Sou-Chong
in Das Land des Lächelns auf.
Am 9. Juli 2015 verstarb der Tenor
Josef Hopferwieser, langjähriges
Ensemblemitglied der Wiener
Staatsoper. Der vielseitige Sänger
wurde am 25. Mai 1938 in Graz geboren. An der Volksoper wirkte er
in folgenden Premieren bzw. Neueinstudierungen mit: Als Hans in
Die verkaufte Braut (1973), Alfred
in Die Fledermaus (1974), Don José
in Carmen (1974), Phoebus in Notre Dame (1975), Pedro
in Tiefland (NE 1976), Prinz in Die Liebe zu den drei
Orangen (1979) sowie als Herr der Vögel und Phoebus in
Die Feenkönigin (1981). In Repertoirevorstellungen trat
Ksch Helmuth Lohner
Am 23. Juni 2015 ist der Schauspieler, Theaterdirektor
und Regisseur Helmuth Lohner im Alter von 82 Jahren
in Wien verstorben. An der Volksoper trat der Künstler
nicht nur als Frosch in Die Fledermaus auf, sondern
führte auch Regie bei Boccaccio und Die Zauberflöte.
Die letztgenannte Inszenierung steht seit nahezu zehn
Jahren erfolgreich auf dem Spielplan der Volksoper und
erinnert an den großen Theatermann und Menschendarsteller.
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Oliver Liebl, Martin Bermoser, Franziska Kemna, Daniel Jeroma, Peter Lesiak (Der Zauberer von Oz)
Der Musical-Pass
Während der Musical-Wochen von 24. Jänner bis 17. Juni 2016
stehen sechs verschiedene Musicals in insgesamt 60 Vorstellungen auf
dem Spielplan: Kismet, My Fair Lady, Der Mann von La Mancha,
Anatevka, The Sound of Music und Der Zauberer von Oz.
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Musical-Wochen (max. 2 Karten pro Vorstellung)
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und per Telefon
Restkarten um 50 % ermäßigt am Vorstellungstag
ab 11:00 Uhr (max. 2 Karten pro Vorstellung)
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